Freiraum

Image, Text, Blog and View

Gegenspiel

23 Comments

Krisen entstehen nicht über Nacht. Dafür gab es bereits Anzeichen in der Vergangenheit, die die Krise andeuteten. Gute Manager verstehen und lesen diese Zeichen früh und steuern rechtzeitig dagegen. Im Gegensatz folgt die Krise meistens festen Ritualen. Zuerst wird sie klein geredet um sie später zu verdrängen und weit von sich weg zu schieben. Und wenn man mitten in ihr steckt, ergießt man sich in Gründen und Worthülsen und fadenscheinigen Durchhalteparolen mit fraglichen Ausgang.

Vor 21 Monaten, im Mai 2013 stand Borussia Dortmund auf dem Höhepunkt, im Endspiel der Champions League. Wäre Jürgen Klopp beispielsweise nach dem verlorenen Finale zurück getreten, er wäre vermutlich für den BvB ein Jahrhundertrainer geworden, mit zwei Meisterschaften, einem Pokalsieg und einem Finale in der Champions-League. Wenn man sich jedoch im Vergleich die Dortmunder Mannschaft damals zu heute anschaut, kommt man nicht umhin, dass sie einen enormen Substanzverlust erlitten hat und die Kurve, trotz Vizemeisterschaft in der letzten Saison, nach unten zeigt. Und glaubt man erst, man sei tief unten angekommen, vergisst dabei, dass es noch eine Talsohle gibt.

Jürgen Klopp ist als Trainer bei Borussia Dortmund bereits stark beschädigt, so dass er kaum über das Saisonende sein Traineramt frei in Dortmund fortführen kann. Man sollte sich gemeinschaftlich ohne böse Worte spätestens zum Saisonende trennen. Die Fehler und Fehleinschätzungen sind insgesamt im gesamten Verein gemacht worden und nicht von einer einzelnen Person. Selbst eine Aufholjagd und das Erreichen eines europäischen Fußballwettbewerbs, was derzeit unwahrscheinlich ist, ändert nichts an der Gesamtsituation. Ein Trainerwechsel ist nötig, da diese Saison bei allen Spuren hinterlassen wird. Im Moment wird Klopp geliebt und verehrt. Er sollte diesen hart erarbeitenden Ruf nicht selbst beschädigen.

Die markantesten Fehler: Klopp hat aus vielen jungen Talenten Nationalspieler und aus manchem Talent einen Weltklassespieler entwickelt. Jedoch hat er den Nachweis nicht erbracht, dass er bei den Stars die letzten 5-10% zur Weltklasse heraus kitzeln kann. Dazu kommt, dass Dortmund zwar einen Plan A aber keinen Plan B oder C besitzt. Funktioniert Plan A nicht, wie z.B. gegen Augsburg, geht die Mannschaft nach einem Rückstand unter. Nach einem 0:1 hat die Mannschaft in dieser Saison kein Spiel mehr gewonnen. Die Statistik zeigt ein deutliches Defizit bei den verlorenen Zweikämpfen. Die Abwehr ist Liga-Durchschnitt. Der früher starke Spielaufbau wird derzeit mit vielen und zufälligen langen Bällen und Fehlpässen unternommen. Mit hohen Bällen hätte ein Lewandowski etwas anfangen können, aber kein Immobile. Das sind leider evidente taktische Fehler die nicht abgestellt sind. Im Fußball sind es dennoch stets die kleinen Dinge die große Auswirkungen haben.

Dazu kommen mentale Schwächen. Nicht jeder Spieler hat die aktuelle Situation verinnerlicht. Trotz vieler Offensivspieler im Kader hat Dortmund eine schwache Offensive. Was vorne nicht klappt bekommt die Abwehr doppelt zurück. Unten im Tabellenkeller zu stehen heißt mit vier Faktoren dagegen zu halten: mit der richtigen Einstellung, mit Ruhe, mit Kampf(eswille) und mit dem Quäntchen Glück. Die letzten 21 Monate sehen aus wie die Chronik eines angekündigten und leisen Niedergangs allerdings auf hohem Niveau. Noch ist die Abstiegsfrage unbeantwortet. Trotzdem wird die Saison 2014/15 tiefe Spuren hinterlassen und ergeben Handlungsbedarf der Verantwortlichen.

Spätestens am Ende der Saison sollte der nötige Umbruch in der Mannschaft erfolgen und ein neues Team aufgebaut werden. Die Voraussetzungen dafür sind in Dortmund gut. Wirtschaftlich steht der BVB gut da. Dazu kommen die Fans und auch in einem dezimierten Kader steckt ausreichend Qualität für große Ziele. In diesem Zusammenhang muss man hoffen, dass zumindest die Vereinsführung neben einem Plan A auch einen Plan B oder C hat. Solange man agieren kann, ist man frei in seinen Handlungen. Sobald man reagieren muss, schränkt es die Handlungsfähigkeit ein.

Author: Stefan

Welcome to my personal microcosmos "Freiaum/Free Zone" in the most beautiful city of the world, in Hamburg. Just someone with a camera and a mission to record the extra and the ordinary. My hearts beats among other things for Photography, Culture and Art, Visual Art, Social Media, Communication, Storytelling, Music, Literature, Blog and Text.

23 thoughts on “Gegenspiel

  1. … fein – deine Sichtweise – auf Krisen….
    Liebe Grüße und Segen!
    M.M.

  2. Lieber Stefan, das ist grundsätzlich alles nicht von der Hand zu weisen, was Du schreibst. Man darf aber nicht vergessen, dass Dortmund seit Monaten vom Verletzungspech verfolgt wird, ein Umstand, den kein Trainer im Griff haben kann. Problem ist natürlich auch, dass – Du deutest es ja an – der personelle Aderlass der letzen Jahre nicht kompensiert werden konnte, hier steht die sportliche Führung klar in der Verantwortung.
    Bei Lewandowski denke ich schon, dass Klopp die letzten Prozente zur Weltklasse herausgekitzelt hat, zu Dortmunder Zeiten hielt ich ihn für einen der weltbesten Spieler, und (ich gebe es nicht gerne zu) bei Götze liegt der Fall ähnlich, bei Guardiola ist der sicher nicht mehr weiter gereift. Bei Reuss wäre es ähnlich, aber dem klebt das Verletzungspech tatsächlich an den Fußballer-Stiefeln und inzwischen wird er wohl vermutlich wegen Abwanderungsgedanken auch nicht mehr das letzte für den BVB herausholen.
    Einen schönen Sonntag wünscht Dir
    Gerhard

    • Kann Gerhard hier nur zustimmen. Im Gegensatz zu den Bayern hat Dortmund nur 14 gute Spieler und kann Verletzungen nicht so kompensieren.

      Es wäre interessant zu sehen, ob man die Geduld hat und Klopp weitermachen lässt und was dann passiert. Das von Dir gezeichnetet Szenario kann durchaus eintreten. Ich hoffe immer noch auf ein Ferguson Szenario damit die Liga nicht so langweilig bleibt.

      • Danke guinness44. Vergleiche mit den Bayern hinken, da Bayern einen Kader mit 23 Nationalspielern hat plus Nachwuchs. Dortmund hat in die Breite des Kaders 60 Millionen Euro in dieser Saison investiert. In der vorletzten Saison waren es 55 Millionen Euro.
        Trotzdem ist die Qualität vom verbleibenden Kader ausreichend für einen oberen Mittelfeldplatz.
        Es sind Fehler und Fehleinschätzungen gemacht worden. Ich vermute weniger einen Ferguson-Effekt, eher einen Wenger-Effekt ohne Titel. Für mich gehört der BvB zu de Topteams der Liga und zu den Top 8 Mannschaften in Europa. Das muss der Anspruch sein. Die Werksclubs wie Leverkusen, Wolfsburg, Ingolstadt rüsten bereits auf. Dazu braucht es zur neuen Saison einen neuen Aufbau. Ich mag Kloppo und finde ich es toll, wie er die Liga mit dem Dortmunder Spiel umgekrempelt hat. Doch auch er sollte wissen, wann es Zeit ist den Weg für einen anderen frei zu machen ohne sich selbst zu beschädigen. Noch wird er verehrt.
        Gerade damit die Liga wieder an der Spitze wieder spannend wird, bedarf es nach sieben Jahren neuer Ansätze und Personal. Kein Spitzenmanager kann einen Job bei Verein mehr als 4,5 Jahre auf Top-Niveau ausüben. Das wissen u.a. Trainer wie Ancelotti, Mourinho, Guardila.
        Die meisten haben Angst vor Veränderungen, weil jede Veränderung Risiken birgt. Doch darin liegt auch die Chance großes zu gewinnen. Frag mal Jogi Löw zu diesem Thema.
        Zumindest bleibt s in der Liga ab Platz 7 spannend.
        Hab einen schönen Sonntag.

    • Danke Gerhard. Lewandowski, Reus, Götze, Gündogan u.a. sind alle als große Talente zum BvB gekommen. Damals stimmte es auch in der Mannschaft und Klopp revolutionierte mit seinem Offensivspiel die Liga. Dabei haben o.a. Spieler auch den Sprung zur Weltspitze geschafft. Man hat in dieser Saison 60 Millionen Euro in die Breite des Kaders investiert. Schau Dir mal den Kader vom BvB an. Selbst wenn die Hälfte der Mannschaft verletzt wären, könnten sie dennoch einen Mittelfeldplatz erreichen. In Dortmund hat man ein Problem Fehler zuzugeben. Schließlich hatte man zuvor Erfolg. Also warum von der Linie abkommen. Dabei haben sich besonders in der Liga die anderen Mannschaften auf das teils statische Spiel der Dortmunder eingestellt. Als Klopp in der letzten Saison versuchte die Taktik zu verändern und scheiterte, merkte man, dass man zwar viel Geld ausgegeben hatte, sich aber dennoch nicht verstärkt hat. Ich bin kein Klopp-Gegner. Aber wenn der BvB langfristig wieder oben angreifen will, brauchen sie einen Neuaufbau auf verschiedenen Ebenen. Die Vereinsführung ist gefordert sich professionell zu verhalten und nicht emotional zu handeln. Der BvB hat sich mittlerweile zu einem fragilen Gebäude entwickelt.
      Bei Reus und anderen bin ich bei Dir.
      Genieße den Sonntag. Hier scheint zur Abwechselung mal wieder die Sonne.
      Stefan

      • Lieber Stefan, da führst Du einige Argumente auf, die nicht von der zu weisen sind. Grundsätzlich ist beim BVB tatsächlich das Problem, dass man den sportlichen Erwartungen hoffnungslos hinterherhinkt und mit der Situation derzeit alles andere als professionell umgeht. Das statische Spiel sehe ich derzeit leider auch, das war vor Jahren mit Verschieben der einzelnen Mannschaftsteile in der jeweiligen Spielsituation alles schon mal besser. Es bleibt spannend.
        Hier schneit es zur Abwechslung mal wieder… ;-))
        Viele Grüße
        Gerhard

      • Lieber Gehard,
        sagen wir es mal so, dass der BvB vom eigenen Weg abgekommen ist. Man hat in den letzten beiden Jahren 115 Millionen in neue Spieler investiert. Statt auf talentierte Spieler mit Potential zu setzen, hat man Stars mit Potential gekauft…und das ohne großen Erfolg.
        Und daran ändert der Sieg gestern auch nichts. Ich glaube Dortmund wird am Ende der Saison im Mittelfeld landen. Aber ein weiter so wie bisher darf es bei diesen Ansprüchen zukünftig nicht geben. Das wäre unprofessionell. “Aki” Watzke braucht sich auch nicht ins Fernsehen zu setzen um Fehler zuzugeben. Das kann man alles intern klären. Und ich traue es ihm zu aus der Gesamtsituation die richtigen Schlüsse zu ziehen.
        Eines bleibt in dieser Saison spannend: ab Platz 7 beginnt der Abstiegskampf. Von Platz 7 bis zu Platz 16 sind es nur 7 Punkte.
        Dann mache Dir einen schönen winterlichen Sonntag
        Stefan

      • Da hast Du schon recht, Stefan. Die Förderung junger Talente war mir damals auch allemal sympathischer. Die derzeitige Einkaufspolitik erinnert fatal an unseelige Amoroso-etc-Zeiten. Der Abstiegskampf bleibt in der Tat absolut spannend,
        viele Grüße + einen schönen tag,
        Gerhard

      • Man hat zwar viel Geld in den letzten beiden Jahren verbrannt. Doch im Scheitern liegt auch der Erkenntnisgewinn. Dortmund steht trotzdem gut da und hat beste Voraussetzungen für die Zukunft, wenn sie wieder zurück finden zu ihrem eigenen Weg mit eigener Strategie. Dann können sie auch wieder national wie international um Titel mitspielen. Bloß kein “weiter so”. Denn das wäre der Stillstand.
        Für morgen drücke ich den “Löwen” die Daumen.
        Ich werde jetzt die Sonne genießen.
        Stefan

      • Danke Stefan. Bin gespannt, ob der Start ins neue Jahr für die Löwen glückt. Die Ergebnisse in den Testspielen waren eher durchwachsen und die Neuverpflichtungen kennt auch niemand.
        Viele Grüße,
        Gerhard

      • Ich habe bei der Süddeutschen etwas nachgelesen. Es sieht wirklich nicht gut aus für die Löwen. Doch vielleicht liegt darin auch die Chance. Man kann alles in einem Trainingslager trainieren oder im besten Fall simulieren. Doch die Wettkampfsituation ist eine völlig andere Herausforderung, besonders wenn man unten steht. Ich werde morgen mal reinschauen, da ich von der 2. Liga ansonsten nicht viel mitbekomme.

      • Leider sieht es in dem Verein schon seit mindestens 10 Jahren nicht gut aus, langsam fürchte ich, der Bodensatz ist langsam erreicht. Die sportliche Führung in Gestalt von Poschner ist eine Katastrophe und finanziell blickt ein Außenstehender sowieso nicht mehr durch. Langsam hilft nur noch beten und hoffen…
        Stefan, ich wünsch Dir eine schöne Woche, viele Grüße,
        Gerhard

      • Vielleicht sollten die Löwen versuchen neue Wege zu gehen. Das zeigt u.a. auch die 1. Liga, dass es auch ohne viel Geld geht. Freiburg spielt bereits die 15. Saison in der 1. Liga und sie haben den kleinsten Etat. Oder Mainz, Augsburg…Besonders die großen wie kleinen Traditionsvereine brauchen eine Vision und Strategie die langfristig greift, einen guten Nachbau im Nachwuchs und wie z.B. früher in Freiburg, die aus Leverkusen oft Spieler ausgeliehen bekommen hatten, Kooperationen mit anderen Vereinen, wo man Spieler ausleiht. Ich kenne die Details bei den Löwen nicht. Aber mir scheint, wie Du sagst, dass bei euch das Peter-Prinzip voll aufgegangen ist. Dann hilft wirklich nur noch beten und hoffen.
        Lieber Gerhard, ich wünsche Dir einen guten Start und den Löwen heute Abend einen Sieg.
        Stefan

      • Da bin ich absolut bei Dir. Das Problem bei den Löwen ist, dass viele gute Spieler aus dem Nachwuchs kommen, man müsste diese einfach mal halten, aber leider holt man lieber irgendwelche zweikampfschwachen Spanier aus der 2. Liga, als auf den eigenen Nachwuchs zu setzen. Dies geschieht partiell immer erst dann, wenn finanziell gar nichts mehr geht. Bei den Löwen kommt erschwerend hinzu, dass die Miet-Last der Allianz-Arena gewaltig drückt und man sich zusätzlich von einem Investor abhängig machte, der bezüglich Kader-Verbesserung absolut Null bringt. Ich bin mir langsam nicht mehr sicher, ob nicht ein Abstieg heuer das beste wäre, die Vereinsführung ist eh schon seit Jahren drittklassig und es würde im günstigsten Fall zu einer personellen Zäsur führen, die dem Verein nur gut tun könnte. Lieber Stefan, dir eine schöne Woche, viele Grüße nach Hamburg,
        Gerhard

      • Vermutlich hast Du Recht, Gerhard. Immer nur zu versuchen, siehe Hamburg, Baustellen per Flickschusterei auszubessern schafft keine benötigte Infrastruktur. Da ist es besser gleich zu planieren und das Haus samt Strukturen neu aufzubauen, was einige Jahre dauern wird und viel Ruhe im Verein und Geduld bei den Fans einfordert. Und dafür braucht man einen strategischen Kopf der angefangen beim Kinderfußball bis in in den Profibereich alles systematisiert und für die einzelnen Bereiche Fachleute holt. Ich drücke euch die Daumen.
        Genieße den Fußballabend
        Stefan

      • So sehe ich das im Großen und Ganzen auch. Das Ergebnis gestern war niederschmetternd, so wird das nichts mit dem Klassenerhalt. Viele Grüße + einen schönen Tag,
        Gerhard

  3. Die letzten zwei Sätze treffen auf alle Lebensbereiche zu lieber Stefan.
    Liebe Grüße
    Ute

    • Damit hast Du natürlich Recht, liebe Ute. Der Fußball ist nicht weit entfernt vom wahren Leben…es gibt viele Parallelen. Und manche Lebensweisheit bewahrheit sich in fast jeder Lebenslage. Da muss man nur darauf zurück greifen.
      Hab einen schönen Abend
      Stefan

  4. Tja Stefan,
    was soll ich als Dortmunder noch dazu sagen….mein Sohn freut sich weil ich keine Sportschau mehr schauen mag und er dann Tim und Struppig dafür sieht und im Auto nur noch seine CDs laufen…statt der Fussballübertragung…und die Monatgszeitung lese ich auch nicht mehr, und die von Mittwoch und Freitag…ach , alles Mist…aber damit kennt man sich in Dortmund aus, es gibt nur ganz Oben oder Konkurs …es ist halt kein normaler Verein in einer heilen Stadt ( wie die da unten im tiefen Süden)…in Dortmund will man siegen und leiden und weinen und feiern…und wenn Du dir die Stadt anschaust…die hat auch keinen Plan B was nach all den Zechen-und Stahlwerksschliessungen nun kommen soll…es passt alles irgendwie zusammen und vielleicht hast Du auch recht…der gute Manager denkt auf dem Höhepunkt bereits an den Abstieg und was dagegen zu tun ist…aber wer würde nicht lieber erstmal feiern gehen…eins scheint klar, sie werden das irgendwie überleben, und sei es in der zweiten Liga…( der Dortmunder sitzt die Krisen gerne mit der Bierflasche im Schrebergarten aus)… und alle wissen : bis auf in München bleibt Fussball letztendlich nicht so planbar wie die höhere Mathematik einem vorgaukelt …beste Grüsse von Jürgen ( der sich heute mal wieder die Montagszeitung gönnt🙂

    • Danke Dir Jürgen. Ich hatte im Vorfeld auch mit Dortmund Fans gesprochen und Du beschreibst die Stimmung gut. Die Fans würden auch in der 2. Liga oder wo auch immer ins Stadion gehen, keine Frage. Die Verbundenheit dort ist eine andere als hier z.B. im Norden.
      Doch dank u.a. “Aki” Watzke ist der BvB ein wirtschaftlich erfolgreicher und sehr gut aufgestellter Verein. Damit hat man Voraussetzungen geschaffen, die es möglich machen würden nicht nur oben mitzuspielen sondern auch national wie international um Titel zu kämpfen. Das solche Visionen nicht mathematisch planbar sind versteht sich. Dennoch wurde am Borsigplatz 3 Jahre lang viel gefeiert. Jetzt wäre es doch mal wieder an der Zeit an den Stellschrauben etwas zu verändern…nach sieben Jahren Kloppo. Im Moment wirkt der BvB auf mich fragil und ich bin gespannt wie es weiter gehen wird. Sicher ist dabei nur eines: der Fan, ob mit oder ohne Bierflasche, wird zum Verein stehen.
      Ich hoffe, dass Dir durch die Montagslektüre die Stimmung nicht vergangen ist.
      Alles gute für die neue Woche und einen herzlichen Gruß aus dem regnerischen Norden.
      Stefan

  5. Hallo Stefan,
    das Wochenende ist schön🙂 Revierderby gewonnen…überzeugend…und vor allem endlich mal wieder schönes Spiel, gut anzusehen…Jürgen Klopp erstaunlich nüchtern..redet von langem Weg…mal ehrlich . irgendwie ist das schon erstaunlich…er ist noch Trainer…überall anders wäre er in der Hölle ( ich sage nur HSV….und seine Trainer) und die Mannschaft scheint nach dem Vorpreschen von Reus mit der Vertragsverlängerung wieder Vertrauen in sich zu entwickeln…Ende gut ?…noch zu früh…aber irgendwie doch einmalig in der Fussballandschaft…das sollte man loben !
    ein endlich mal glücklicher Fan ( der garantiert die Montagsmopo kaufen wird !)
    LG Jürgen

    • Hallo Jürgen,
      ich freue mich mit🙂 Vermutlich hat die Vertragsverlängerung von Reus, nicht nur bei ihm, insgesamt ein Vakuum gelöst. Dazu kommt, dass Klopp seinen Traumsturm gefunden hat: Reus und Aubameyang. Aki Watzke würde auch mit Klopp in den 2. Liga gehen…aus Trotz es nicht so zu machen wie alle anderen. Trotzdem muss sich der BvB fragen lassen, wie es mit Transferstrategie weitergehen wird. Da hat man viel Geld versemmelt. Noch ist die Saison nicht beendet und ich traue dem BvB noch viel zu. Nach dem nächsten Spieltag kann bis auf 5 Punkte an die Euroleague-Plätze heran kommen. Und außerdem hat der BvB seine Leichtigkeit wieder. Es läuft. Und wenn jetzt noch in der CL auf die vielen Chancen auch die Tore macht, wird es noch besser werden.
      Trotzdem hat Klopp viel Kredit verloren. Man wird mit ihm vermutlich, zusammen mit Zorc und Watzke, weiter arbeiten, eine neue Mannschaft aufbauen und die getätigten Transfers reiflich überdenken. Nochmals eine solche Hinrunde würde Klopp nur schwer überleben. Was für Klopp immer gesprochen hat, sind seine Verdienste für Dortmund und insgesamt für den Deutschen Fussball. Das ist sein Kredit, der noch nicht verbraucht ist. Jetzt muss er zeigen, dass er daraus gelernt hat.
      Über den HSV, übrigens mit dem vierthöchsten Etat de Liga, legen wir mal den Mantel des Schweigens. Vermutlich wird es wieder irgendwie reichen. Der Fussballgott muss irgendwann mal in Hamburg gewesen sein😉 Anders kann man sich das nicht erklären. Da fehlt nur noch das Peter-Prinzip. Das erklärt viel und gut die Verhältnisse in Hamburg.
      Ich lasse das mit der Hamburger Mopo mal besser und freue mich für Dich mit🙂
      Liebe Grüße
      Stefan