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Medien-Absturz

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Nachrichten sind Informationen über aktuelle politische, wirtschaftliche, soziale, kulturelle, sportliche und sonstige Ereignisse in komprimierter Form. So steht es in der Wikipedia. Wer jedoch die aktuellen tragischen Ereignisse um den Flugzeugabsturz und seine Folgen und Reaktionen verfolgt, sieht ebenso einen roten Faden: den Medien-Absturz, der sich auch bei anderen aktuellen Krisen zeigt.

Nachrichten sind eine schnelle und oft heiße und umkämpfte Ware deren Wert in den letzten Jahren gesunken ist. Was zählt sind u.a. Exklusivität, Sorgfalt, Textsicherheit, die Gabe komplexe Themen analytisch und für jedermann verständlich zu publizieren und aktuell und vor allem schnell auf Ereignisse zu reagieren. Als am Dienstag dieser Woche die Kanzlerin in ihrem ersten Statement nach dem Flugzeugabsturz jeder Spekulation über die möglichen Gründe des Absturzes ein Verbot aussprach, wurde dies von den Sendern weiter geteilt und wiederholt um nur wenige Sekunden später sich wieder aktiv an weiteren Spekulationen zu beteiligen. Was soll man auch versenden wenn es für den Moment nichts zu sagen gibt? Ach ja, da sind noch weinende Kinder, trauernde Angehörige und eine Inflationen von Experten und Spezialisten.

Dabei gibt es in den Redaktionen von Print und Fernsehen neben den Korrespondenten vor Ort auch Ressortleiter, Chefredakteure, den Chef vom Dienst und Personen die Texte redigieren. Vermutlich sind die meisten davon studiert und fachlich ausgebildet und ebenso erfahren mit Krisen und Katastrophen im Mediengeschäft. Und doch scheint es ein breites Versagen zu sein, dass man sich gemeinsam in eine Nebellastige Ecke setzt, um zu kommentieren, zu spekulieren und die Klaviatur der Emotionen und die der Fantasie durch und hoch zu spielen. Klickzahlen, Abrufe, Quoten zählen scheinbar zuerst. Lieber gut formuliert oder spekuliert als langweilig und zeitintensiv recherchiert ist ein Credo in einer Welt wo jeder von der Inflation der Nachrichten überfordert sein muss.

Noch vor kurzem versuchte eine Redaktion mittels eines Mittel”Stinke”fingers die ohnehin komplexe Thematik Griechenlands auf das herunter zu brechen, was sie nun wirklich nicht ist, ein Bild als Statement. Das der Boulevard ein ganzes Land tagein tagaus verhöhnt, ist noch nachvollziehbar. Denn es ist der Boulevard, mal schmierig und schlimm und für andere sogar unterhaltsam. Wenn jedoch eine Redaktion die Krise in Griechenland auf einen Mittelfinger reduziert, zeigt sich wie weit die Degeneration der Medien sich entwickelt hat. Hauptsache die Quote stimmt und man hatte 60 Minuten Aufmerksamkeit. Hierzu gibt es noch viele weitere Beispiele.

Heute schrieb der neue Chefredakteur vom SPIEGEL ein Manifest zum Thema Journalismus. In dem Manifest versucht er eine Brücke zu schlagen, von den Wurzeln des Hauses unter Rudolf Augstein und einen Ausblick auf die Zukunft zu geben. Das ist löblich, liest sich gut und wäre Anlass genug von anderen Redaktionen ähnliches zu lesen, wie es um deren journalistische Moral, Ethik, Stil und Ausrichtung bestellt ist. Nicht in Form einer Anklage sondern in Form einer geistigen Reflexion und Diskussion. Denn bei allen journalistischen Herausforderungen für die Zukunft bleibt ein Faktor zentral, die Qualität. Denn Qualität ohne Stil und Anspruch funktioniert nicht.

Wie sagte ein Frankreich-Korrespondent am späten Dienstagabend in der Nähe von der Unglücksstelle auf die Frage, wie es am Mittwoch weiter gehen wird: das Gelände sei abgesperrt und wie er, der Korrespondent, hörte, ist dies ein wildes Gebiet wo es auch Wölfe gibt. Man könne sich “gar nicht ausdenken, was dort mit den Opfern passiert.” Nein, das möchte man sich auch nicht ausdenken und erst recht nicht solche Sätze hören.

Rainer Stadler hat heute in der NZZ (Link zum Artikel unten) geschrieben: “Eine gewisse Vorsicht bei der Einordnung, Einschätzung und Wiedergabe von hochaktuellen Ereignissen wäre ein Gebot der selbstkritischen Vernunft.” Vielleicht macht dieses tragische Ereignis den einen und anderen hinterfragender und kritischer und so manche Nachrichtenredaktion ihren bisherigen “Stil” zu überdenken. Im Moment macht es viele zurecht sprachlos.

Weitere Informationen:
– Video und Wahrheit – Die Analyse im Tagesanzeiger über die Überforderungen in unserer Welt.
– Das BILDblog hat dazu viel Material gesammelt, wie über den Flugzeugabsturz berichtet wurde.
– Für die Zukunft sollte man sich diese 10 Punkte, die man nach einer Katastrophe nicht mehr hören, sehen oder lesen möchten, zu Herzen nehmen.
– Kritik am ARD-Brennpunkt 24.03.2015 zum Flugzeugabsturz (YouTube-Link)
Die Bezeichnung Nachrichten hat ihren Wert verloren. Zitat: “Emotion überlagert Information und wird gewollt oder ungewollt zum Marketinginstrument.”
– Das SPIEGEL-Manifest: Guter Journalismus macht keine Kompromisse
Wir Voyeure (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Der Co-Pilot, der Täter von Rainer Stadler. (NZZ)
– Das Blog von Stefan Niggemeier u.a. zum Thema Griechenland, Mittelfinger und insgesamt über die Medienberichterstattung.
Heike Rost »Die Hölle, das sind die anderen« mit weiterführenden Links. Zitat: “Die Hölle sind nicht die anderen, sondern wir selbst. Es liegt an uns, dem etwas entgegenzusetzen und sinnvoll zu verändern.”

Author: Stefan

Welcome to my personal microcosmos "Freiaum/Free Zone" in the most beautiful city of the world, in Hamburg. Just someone with a camera and a mission to record the extra and the ordinary. My hearts beats among other things for Photography, Culture and Art, Visual Art, Social Media, Communication, Storytelling, Music, Literature, Blog and Text.

34 thoughts on “Medien-Absturz

  1. Es ist wirklich entsetzlich, was größtenteils in den Medien zu hören und zu lesen war und immer noch ist.
    Danke für deinen guten Beitrag hier, ich wünschte, andere würden sich nur einen Bruchteil dieser Gedanken machen.
    LG Angelina

    • Danke sehr Angelina. In den verlinkten Artikeln finden sich weiterführende Gedanken von anderen Autoren und Journalisten. Ich denke, dass uns dieses Thema noch weiter beschäftigen wird. Doch wenn der eine oder andere seine Haltung und Meinung darüber ändern würde, wäre schon viel getan. Angesichts der aktuellen Meldungen und Berichterstattung muss man um Worte ringen.
      Liebe Grüße
      Stefan

  2. Lieber (Moin Moin), mit großer Freude habe ich Deinen Artikel gelesen, der genau den Finger auf das Schlimme gelegt hat. Es bleibt mir bis heute unverständlich, wie eine ganze Branche so abstürzen kann. Ich bin im Zeitungsviertel groß geworden und mit wenn der Krieg nicht dazwischengekommen wäre, hätte ich auch in diesem Beruf eine Zukunft gefunden. In den ersten Berufsjahren hatte ich noch ausgiebig mit dem grafischen Gewerbe zu tun, aber nach langer schwerer Krankheit
    landete ich dann im kaufmännischen Bereich. Wo auch immer, und welche schweren Jahre auch hinter uns lagen, selbst die
    Nachkriegsjahre – so eine jämmerliche Gesellschaft hat es noch nie gegeben. Ich wundere mich – ob sie Selbstachtung haben? Wie sie sich selbst einschätzen? Wenn sie schon kein Hirn mehr haben, dann doch wenigstens Achtung und Manieren. Gruß Lewi

    • Du sagst es. Wir haben einen akuten Bildungsnotstand und eine Krankheit die Teile der Gesellschaft infiziert hat, die Denkfaulheit. Dagegen hilft nur Bildung, Information um das eigene Denken zu mobilisieren und wieder in Gang zu bringen.
      Die Branche ist im Umbruch und weiß derzeit noch nicht, wie sie sich für die Zukunft aufstellen soll. Es gibt auch immer wieder Artikel die angenehm auffallen. Doch wenn ich mir den heutigen ZEIT-Titel anschaue wird mir wieder anders.
      Was fehlt ist ein Miteinander, Toleranz und Respekt. Es ist moralisch und ethisch nicht begründbar aus dem Tod und dem Leid von Menschen größtmöglichen Profit zu schlagen. Denn es gehört sich einfach nicht.
      Für den Moment ziehen wir den Brecht´schen Vorhang zu, denn viele Fragen sind noch offen.
      Lieben Gruß
      Stefan (aka Moin Moin)

  3. Spätabendirrlichternd fand ich diese Ihre Worte und möchte einfach meinen Dank hinterlegen. Die Links überfordern mich für heute, dennoch will ich hinterhergehen.
    Ebenso um Worte sinnende Grüße, Ihre Frau Knobloch.

    • Herzlichen Dank. Die Links sind auch morgen noch frisch. Es ist ein wichtiges Thema und irgendwie muss man gegen eine solche Berichterstattung sich empören, wo Anstand, Respekt und letztlich die Privatsphäre (“Witwenschütteln”) auf der Strecke bleiben. Doch es bleibt auch die Hoffnung, dass sich etwas ändern wird.
      Behalten wir uns die Contenance für den Moment und Ihnen eine gute Nacht.

      • Guten Morgen, geschätzter Herr Haase, darf ich bitte Ihren Artikel auf Bittemito verlinken? Er spricht mir so aus der sprachlosen Seele. Nochmals Danke für Ihre Worte, herzlichst, Frau Knobloch.

      • Guten Morgen verehrte Frau Knobloch, ich danke Ihnen für das Lob. Gern dürfen Sie mich verlinken.
        Einen herzlichen Gruß
        Stefan Haase

      • Ich danke nochmals und hoffe auf viele Mitleser. Und Mitdenker…
        Herzliche Grüße zurück, die Ihre.

      • Meinen herzlichen Dank für die weitere Verbreitung. Ihrem Wunsch schließe ich mich voll und ganz an.

  4. Lieber Stefan, einmal mehr danke für diesen Beitrag! Du triffst es auf den Punkt warum ich immer öfter eine Abneigung gegen sämtliche Medien verspüre, kein Facebook mehr habe und nur noch selten Zeitung lese bzw Radio höre oder den Fernseher einschalte. Denn selbst wenn man noch so kritisch selektiert, irgendein “Schrott” dringt immer zu einem durch. Zu Mittag habe ich zB in der Arbeit ein sehr bekanntes österreichisches Gratismagazin das am Esstisch lag genommen und vor den Augen meiner Kolleginnen einfach umgedreht. Weil ich dieses “wie dramatisch können wir das Leid der Angehörigen noch darstellen und bezeichnen” schlichtweg nicht ertragen habe. Die ganze Angelegenheit ist schlimm genug. Da könnte man doch zur Abwechslung auch mal eine schwarze Titelseite ohne Bild bringen. Dafür mit einem einzigen, mitfühlenden Satz wie zB. “Liebe Angehörige, wir denken an euch.”
    Aber das ist ja nicht “geil” genug…😡
    VlG,
    Eleni

    • Liebe Eleni, danke für Deine Worte und das Lob. Ich denke das es wichtig ist auch mit seiner Meinung dagegen zu halten. Viele kennen den Abschaltknopf nicht mehr und die Denkfaulheit macht sich in der Gesellschaft breit. Es ist nicht alles schlecht. Doch die Herausforderung die Wahrheit von der Lüge zu unterscheiden ist gewachsen. Leider versuchen die Öffentlich Rechtlichen Sender dem Boulevard das Wasser zu reichen und es gelingt auf bestürzende Weise auch.
      Mitfühlen und Wahrung der Privatsphäre der Opfer und Familien statt auf Sensationen zu setzen wäre ein Anfang. Einfach mal ein Zeichen der Gemeinsamkeit setzen. Gegen Anstand und Respekt vor anderen spricht nun wirklich nichts. Ethisch moralische Werte klingen heute beiläufig altbacken. Doch sind sie erstrebenswert. Die Boulevardmedien u.a. werden sich vermutlich nicht daran halten. Es ist ein großes Thema und ich hoffe, dass einige wenige oder einige mehr daraus lernen.
      Einen lieben Gruß nach Wien
      Stefan

  5. Lieber Stefan,
    ziemlich genau so. Mich widert das inzwischen allzu häufig einfach nur noch an – und es macht mich sprachlos. DRECK sprach zuerst mit den Toten. Leider ist DRECK heutzutage allzeit sehr verbreitet. Du hast alles dazu gesagt.
    Danke dafür und liebe Grüsse
    Kai

    • Lieber Kai,
      Danke für Deine Zustimmung. Diejenigen Promis aus Politik, Unterhaltung usw. die heute DRECK verurteilen, werden morgen wieder mit ihnen sprechen. Es ist wie bei einer Treibjagd wo es scheinbar keine Grenzen mehr gibt und als Alibi dient die Tat als exklusive Nachricht.
      Das ist insgesamt widerlich. Auch das der Presserat bereits mehrfach aktiv wurde scheint die Masse nicht zu interessieren. Und die Öffentlich Rechtlichen Sender dienen sich als Steigbügelhalter des Boulevards an. Ich hoffe trotzdem dass bei einzelnen ein Umdenken erfolgt und vielleicht in mancher Redaktion eine Diskussion über ethische und moralische Werte beginnt. Vom Boulevard erwarte ich das nicht…mehr.
      Liebe Grüße
      Stefan

  6. Hallo Stefan,da bin ich 100% deiner Meinung.Gruß Alois

  7. Wer liest dieses Nichts an Journalismus? Wer sind die Quoten? Wer schreibt für diese Zeitungen? Es sind wir, wir Menschen!
    Es sind wir Menschen, die diese Zeitung kaufen…. Es sind wir Menschen, die diese Zeilen schreiben….natürlich, das gab es immer schon! Es gab immer schon “Schund” am Zeitungsmarkt und im Fernsehen! Aber ich denke, jetzt ist der Nullpunkt erreicht.
    Viel und billig produzieren! Die Quoten heben… Wachstum Wachstum…..! In dieser Zeit leben wir….! Qualität ist im Nirwana gelandet…überall bemerkbar….und unglaublich tragisch!
    Massenwaren – wie überall – in jeder Branche! Massen verkaufen – Massen ansprechen – egal ob dahinter menschliche Schicksale stehen, ob Tiere gequält werden oder Kinderhände missbraucht werden!
    Massen ansprechen – Massen erreichen – nur die Masse hat das sagen! Ja leider – es ist die Welt in der wir leben! Es ist die Zeit die treibt…uns Menschen und letztendlich unsere Würde, die auf der Strecke bleibt!
    Danke für deinen tollen Bericht, lieber Stefan !. Wie du siehst, wühlt es auf….aber das ist gut so!
    Nicht dieser Masse anzugehören macht Mut zur Hoffnung !!
    Liebe Grüße – Karin

    • Danke sehr liebe Karin. Das insgesamt die Medienbranche im Umbruch ist mag das eine und andere erklären aber nicht relativieren, da bewusst Grenzen überschritten worden sind und vermutlich wieder überschritten werden. Nicht umso war der Presserat aktiv geworden. Hier geht es nicht um die große Lösung. Hier ist jede(r) selbst gefragt vielleicht sein bisheriges Verhalten zu ändern. Wir leben in einer Gesellschaft wo von oben vorgegeben wird, alles ist gut, eine Art Wohlfühlvollkaskomentalität. Da jemanden aus seiner Komfortzone heraus zu holen ist schwierig genug. Doch wie im Spiegel-Manifest und anderorts gibt es Lichtblicke. Ein in der Tat bewegendes Thema und eine Mischung aus Sprachlosigkeit und Aufgewühltheit.
      Eine Nische zu besetzen ist dabei eine gute Strategie. Und ich glaube dass in manchen Redaktionsbüros darüber auch diskutiert wird und das eigenen Handeln hinterfragt wird. Bleibt zu hoffen, dass dieser Prozess sich weiter fortsetzen wird, auch bei jedem einzelnen.
      Liebe Grüße
      Stefan

      • Freilich gibt es Lichtblicke und es gibt die genialen und für diesen Beruf geborenen Journalisten! Will sich ein guter Journalist oder ein gutes Zeitungsblatt ins out schießen lassen? Nein – bestimmt nicht! Daher muss das Umdenken von dort kommen und von uns Nutzern und Lesern!
        Wie du richtig schreibst….”das von oben alles vorgegeben wird…” Es ist so…leicht…schnell…und nur nicht denken müssen.. :-)….die brainlose Massengesellschaft!
        ABER – ich glaub an die, die jetzt etwas daraus bewegen!🙂
        Liebe Grüße -Karin

      • Du sagst es. Volltreffer. Es muss von uns allen kommen. Darum finde ich z.B. das Manifest vom Spiegel gut, ein Anfang. Gern wünsche ich mir von anderen Häusern auch so etwas. Die Zeit wird es zeigen. Und dazu braucht es dringend Investitionen in die Bildung, z.B. Medienkunde als Schulfach. Damit nachfolgende Generationen offener und kritischer damit umgehen. Doch das setzt voraus, dass die Politik am mündigen und informierten Bürger Interesse hat.
        Die Branche hat noch sehr viel zu tun und ihr Pflichtenheft ist gut gefüllt. Das ist Hoffnung und Herausforderung.
        Liebe Grüße aus dem nun regnerischen Norden
        Stefan

  8. Auch von mir DANKE..
    .. das musste wirklich mal gesagt werden.
    KarlHeinz

  9. Pingback: Wenn eigene Worte fehlen… | bittemito

  10. Lieber Stefan, ih habe heute Morgen mal bißchen durch die einzelnen Blätter zum Flugzeugabsturz gelesen und weiß nicht,

  11. in welche Worte ich den Ausdruck zu meiner meinen Empfindungen wählen soll.

  12. Da ist es einem durch bewusten MedienKonsum/Verzicht gelungen um die meisten der von dir hier beklagten Fehlgriffe herum zu kommen und bekommt dann hier einen lauwarmen Aufguss serviert. Das Ganze wird dann auch noch selbstgefällig als kritische und moralisch überlegene Grundhaltung verkauft. Leider machst du dich dann auch noch zum Multiplkator von so unglücklichen Formulierungen wie “… da gibt es Wölfe in den Bergen.!” Damit es dann auch wirklich jeder mitbekommt. Na ja, jeder bekommt halt das mediale Weltbild was er verdient oder sich selbst auswählt.

    • Das ist schade, dass bei dir ein von mir nicht beabsichtigter Eindruck entstanden ist. Das Zitat ist eines von mehreren Zitaten im Text, was gut aufzeigt wie darüber berichtet wurde. Weil man am Dienstagabend nicht wusste was genau passiert ist, wurden Fantasiebilder benutzt, die man sich wohl vorstellen kann. Die Ungewissheit im Raum, der Drang nach Erklärungen schafft solche falschen Bilder und macht aus Zuschauern am Schirm Voyeure und hinterlassen einen unangenehmen Nachklang. Da die Öffentlich-Rechtlichen Sender zumindest auf dem Papier noch einen Auftrag und Verpflichtung haben die Informationen für die Zuschauer aufzubereiten, ist es ein Thema was viele Menschen bewegt, weil die Grenze zur Meinungsmacherei fließend ist.
      Das mag für dich lauwarm klingen, doch ist es nicht meine Absicht einzelne Fehlgriffe hoch zu kochen oder nur darauf zu reduzieren. Sondern insgesamt die Berichterstattung und die Rolle der Zuschauer zu reflektieren. Flucht, Verdrängung oder Ablehnung sind nicht meine Sache. Da bin ich bei dir angeeckt, was schade ist.

  13. Lieber Stefan, ich muß mal bißchen Überdruck ablassen. Der genannte Pilot war offensichtlich krankgeschrieben wegen einer psychischen Sache. Ist wohl nicht ganz amtlich. Ich weiß nicht, ob es nur eine Vermutung war. Er hat angeblich seine Krankschreibung zerrissen (und zuhause liegen gelassen (nirgend wo stand, daß er ein Idiot war)und ist trotzdem geflogen. Ich mußte auch öfter mal arbeiten und habe den Rest der Krankschreibung ignoriert. (Allerdings nicht wegen einer Bregenpanne, haha.) Der Kommentator Nikolas Busse schreibt dazu in der FAZ: Hundertprozentige Sicherheit kann es nicht geben? Ja, aber trotzdem muß die Gefahr verringert werden, daß ein Selbst- und Massenmörder im Cockpit zuschlagen kann.
    Da bin ich nun aber wirklich sprachlos – und das will bei mir allerhand heißen.

    • Liebe Hildegard, das Unfassbare greifbar und erklärbar zu machen ist bei dieser Dimension für den Moment unmöglich. Gegen Aktionen einzelner gibt es keine 100% Sicherheit. Was die Motivation des Co-Piloten war wird sich herausstellen, wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind. Da gilt es abzuwarten. So ein Szenario hätte sich bis Dienstag niemand vorstellen können. Das macht sprachlos. Da bist Du nicht alleine.
      Hab eine gute Nacht mit guten Gedanken

  14. Ich finde es entsetzlich, wie heute alles breitgetreten wird…
    Guter und wichtiger Beitrag!!!
    LG, Petra