Freiraum

Image, Text, Blog & Photography


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DSGVO für Fotografen

Im Moment ist es hier im Blog ruhig geworden. Das ist u.a. einem Zeitmangel und der kommenden DSGVO geschuldet. Denn dunkle Schatten wirft die Ende Mai in Kraft tretende EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) bereits. Einige haben bereits ihren Blog deaktiviert oder planen es noch. Auch wenn Panik und Angst in diesem Zusammenhang keine guten Ratgeber sind, sind diese Entscheidungen dennoch verständlich.

Ich möchte nicht den x-ten Beitrag schreiben, wie man seinen Blog rechtskonform ergänzt und anpasst. Da gibt es im Netz viele nützliche Hinweise und Ratgeber. Mich interessiert aus eigenem Interesse die zukünftige Situation für Fotografen. Denn beispielsweise werden aus Fotos mit Personen bald „personenbezogene Daten.“

Ein guter Einstieg in dieses Thema: RA Lars Riek beschreibt die rechtliche Situation mit Fokus auf die Fotografen: Wissen zur DSGVO – 7 Tipps für Fotografen Im zweiten Teil beantwortet er Fragen: Wissen zur DSGVO 2 – Fragen & Antworten

Selbstverständlich sind diese Links wie auch meine Zeilen dazu keine Rechtsberatung oder ersetzen eine solche.

Manche Blog-Besucher werden es vielleicht bemerkt haben. Ich habe mein Blog-Theme in einigen Bereichen angepasst. Es gibt zum Beispiel kein „Follow via E-Mail…“ auf der Startseite mehr, auch das Folgen via Twitter usw. ist verschwunden, die Sharing-Buttons (Teilen) sind ebenfalls verschwunden, bei Avatar habe ich meinen Account deaktiviert, Tastaturkürzel, sog. Emoticons die in Bilder umgewandelt werden, sind auch deaktiviert. Und eigentlich sollte beim Kommentieren auch kein Bild mehr erscheinen. Bei Kommentaren habe ich das „Folgen“ deaktiviert. Und dazu kommt eine Datenschutzerklärung. Das sind vorerst meine persönlichen Maßnahmen.

WordPress selbst hat angekündigt im Mai neue Features bereit zu stellen. Zu dieser Thematik wird man nur im englischsprachigen Forum fündig. Das aktuelle Statement sieht so aus: Automattic and the General Data Protection Regulation (GDPR)

Blogs gehören heute zur Medienkultur und sind fester Bestandteil dieser. Es wird vermutlich zuerst die Stunde Juristen schlagen. Und Gerichte werden den sog. Rechtsfrieden feststellen, wie immer der aussehen wird. Hierzu vermisse ich die Unterstützung der Regierung, wie zum Beispiel in Schweden (siehe obige Links zur Fotografie). Auch wenn ich der neuen Verordnung kritisch gegenüber stehe, bin ich zuversichtlich, dass alle die sich bisher rechtskonform verhalten haben, mit einigen Änderungen und Anpassungen weiterhin ohne Probleme weiter bloggen können. Dennoch gibt es eine Phase der Unsicherheit.

Übrigens hat SpiegelOnline eine verständliche Übersicht über die neue Verordnung erstellt.
Datenschutz-Grundverordnung – was die neuen EU-Regeln für die Bürger bedeuten

Auch wenn das Thema leidlich ist, so empfehle ich nachdrücklich sich mit dem Thema Datenschutz auseinander zu setzen. Und bei dieser Gelegenheit sollte man auch auf anderen Portalen nachschauen und prüfen wo man überall seine Häkchen gesetzt hat, auch bei mobilen Endgeräten. Denn letztlich werden überall Daten abgegriffen und weiter geleitet. Wie schrieb Bert Brecht so treffend: „Und so sehen wir betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.“

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Weekly Photo Challenge Satisfaction

Hydrangea Monochrome
This is my entry for this week´s Weekly Photo Challenge „Satisfaction“ which is an interesting theme. The first image I had in my mind was the hydrangea blossom captured in black and white. Love the beauty of the hydrangea/hortensia blossom with her really interesting sapels.

„Satisfaction“ ist das aktuelle Foto-Wochenthema der „Weekly Photo Challenge“, was ein ebenso interessantes Thema ist. Spontan hatte ich das Foto dieser Hortensienblüte, in schwarz/weiß, im Kopf. Besonders mag ich die Blüte mit ihren interessanten Kelchblättern. Dies ist mein Beitrag zu diesem Thema.

Weekly Photo Challenge Satisfaction


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Pensive Mood

Pensive mood on the water
Kurz einige Gedanken in eigener Sache. Die Stadt Hamburg war in den letzten Tagen (Anlass war der G20-Gipfel) im Ausnahmezustand. Es gab entsetzliche Bilder die sprachlos machten und verstörend waren. Gewalt und Zerstörung dominierten. Geschäfte wurden geplündert, Autos brannten und autonome Banden liefen marodierend durch die Strassen.

Mein Thema hier im Blog ist die Fotografie, stimmungsfrohe Fotos, das besondere und schöne aus dem Alltäglichen festzuhalten. Doch nach den Erlebnissen und Ereignissen der letzten Tage kam ich an einen Punkt, dass ich nicht einfach so weiter machen kann als wäre nichts geschehen. Viele Fragen bleiben offen und ebenso die Hoffnung, dass mit Ruhe und Besonnenheit die Ereignisse aufgearbeitet werden. Ich möchte hier keine Diskussion dazu starten, nur meine kurzen Gedanken und Nachdenklichkeit teilen.

Just some thoughts on what happened in the last couple of days. The city of Hamburg was in state of emergency due to the G-20 summit. There were shocking scenes and disturbing images which made speechless and thoughtfull. Riot, rage and destruction were the order of the day. Stores were looted, cars burned and bands of anarchists marauded through the streets.

Photography is my matter here to share the extra in the ordinary. But after the experiences in the last couple of days I came too on a point that I can´t go on as if nothing had happened. Many questions remain open. But there is still the hope that with competence and wisdom all what happened will reappraise. I hope for your understanding but I don´t want to start a discussion about this matter, just to share my thoughts. 


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Ella

100 Jahre Jazz werden 2017 gefeiert. Und das passt gut zu Ella Fitzgerald die am 25. April 100 Jahre alt geworden wäre. Ein Naturtalent und eine Jahrhundertstimme die nachfolgende Generationen beeinflusst hatte. Sieben Jahrzehnte dauerte ihre überaus erfolgreiche Karriere an.

Eigentlich wollte sie Tänzerin werden. Doch durch einen Zufall kam sie zum Gesang. Eine Gesangsausbildung hatte sie nie und Noten lesen konnte sie auch nicht. Doch das Glück war ebenso auf ihrer Seite und so traf sie immer wieder in ihrem Leben Menschen die ihren künstlerischen Weg kreuzten. Beim Orchester Chick Webb sang sie 1935 vor und wurde sofort engagiert. Schon ihre erste Aufnahme hätte ebenso ihr Lebensmotto sein können: „I´ll Chase The Blues Away“. Mitte der 1940er Jahre ging sie mit Dizzy Gillespie auf Tournee und lernte dabei Norman Granz kennen, der die Tournee organisierte. Granz organisierte Konzertreihen wie „Jazz at the Philharmonic-Konzerte“ und so tourte sie nun in ganz Amerika, später auch weltweit und wurde schnell zu einem Star. Von Dizzy Gillespie lernte sie ebenso den gerade aufkommenden BeBop kennen und fragte sich, warum dies nur Instrumenten vorbehalten war. So entstand ihr Scatgesang, dass Improvisieren und Imitieren von Instrumententönen, der ihren Weltruhm begründete.

„Es zählt nicht, wo du herkommst. Es geht darum, wohin du gehst.“ (Ella Fitzgerald)

Sie sang das gesamte „American Songbook“ ein, mit Liedern von George und Ira Gershwin, Cole Porter, Irving Berlin u.a., swingte mit Jazz-Größen wie zum Beispiel Louis Armstrong. Später sang und spielte sie Duette mit Großen der Musik. Mit bis zu 45 Wochen im Jahr stand sie auf sehr vielen Bühnen dieser Welt.

Ihre Art zu singen war pure Lebensfreude und sie dabei zu hören hatte etwas erhabenes. Es war ihr Glück das sie mit Drogen und Alkohol nichts zu tun hatte. Während Billie Holiday daran zugrunde ging, war Ella Fitzgerald genau das Gegenteil von Billie Holiday. Melancholie war nichts für sie. Sie wollte Freude mit der Musik verbreiten. In den 1950er Jahren nahm sie diverse Konzeptalben auf, das große „American Songbook“. In den 1960er und 1970er Jahren wurden sie einem größeren Publikum bekannter in dem sie populäre Songs abseits des Jazz sang und auch Genres wechselte. Mit ihrem Stimmvolumen von 3 Oktaven war sie stets in der Lage und unabhängig vom Genre jedes Lied singen zu können. Oder wie jemand über sie sagte: sie könnte auch das Telefonbuch herunter singen und es würde wunderschön klingen.

Sie entwickelte den Scatgesang in ungeahnte Höhen und machte vielleicht das Unhörbare mittels ihrer Stimme hörbar. Ein Meilenstein dazu ist ihre Interpretation von „How High The Moon“ wo sie mit atemberaubender Energie minutenlang scattet und das in verschiedenen Tonlagen.

1993 musste sie sich von der Konzertbühne zurückziehen. Drei Jahre später starb sie am 15. Juni 1996 im Alter von 79 Jahren. Sie war einzigartig und die Größte in ihrem Metier.

Was von ihr bleibt sind mehr als 200 Schallplattenaufnahmen mit mehr als 2.500 Songs. Wer wissen möchte was Rhythmus im Gesang bedeutet, dem empfehle ich mit Nachdruck das Werk von Ella Fitzgerald. Als Einstieg eignen sich ihre Alben aus den späten 1960er und 1970er Jahren.


Changes

Misty Tree
Manche Tage fühlen sich anders an, auch von der Farbe. Eigentlich sollte das Foto im Morgennebel für sich allein sprechen. Etwas Erroll Garner dazu als musikalische Abrundung. Nun steht es in einem anderen Kontext. Manchmal kommt es anders als man es sich gedacht hat.

Heribert Prantl erinnert heute in der Süddeutschen Zeitung an den offenen Brief vom französischen Journalisten Antoine Leiris, der seine Frau beim Anschlag auf das Konzerthaus Bataclan 2015 verloren hatte. Es ist, wie Prantl schrieb, auch eine Antwort auf den Anschlag in Berlin.

„Ich werde euch jetzt nicht das Geschenk machen, euch zu hassen…
Ihr wollt, dass ich Angst habe, dass ich meine Mitbürger mit Argwohn betrachte und meine Freiheit für meine Sicherheit opfere. Vergesst es. Ich bin und bleibe der, der ich bin.“

Ich hoffe und wünsche mir, dass man den Opfern, ihren Familien und Freunden, den Verletzten und Hinterbliebenen in Berlin schnell unterstützt und hilft. Damit sich so eine Tragödie nicht wiederholt, bedarf es auch die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Dafür braucht es Zeit, Ruhe, Vernunft und einen kühlen Kopf. Man kommt aktuell nicht umhin sich ebenso mit den Mechanismen der Angst zu beschäftigen. Dirk von Gehlen (Süddeutsche Zeitung) hat dazu einen lesenswerten Blogartikel verfasst: Gegen den Hass, gegen die Panik Was negativ auffällt ist das Engagement einzelner/vieler für Hetze, Hass und Wut. Damit spielt man nur den Tätern in die Hände. Denn Hass ist hässlich und macht nicht nur blind, sondern auch unendlich traurig.

Gestern Abend, als die ersten Meldungen aus Berlin im Radio zu hören waren, spielten sie Charles Bradley.
click → Charles Bradley – Changes (YouTube-Link)


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Volksmusik

Heute geht es auf eine (Volks)musikalische Reise nach Tirol, Oberammergau und nach Argentinien, wo das Akkordeon und Bandoneon u.a. im Mittelpunkt stehen. Der Begriff Volksmusik hat in diesem Zusammenhang wenig mit den landläufigen Klischees zu tun.

Wir starten die Reise in Südtirol. Frischen Wind in die traditionelle Volksmusik der Alpen bringt seit fast 10 Jahen Herbert Pixner mit seinem gleichnamigen Projekt. Der Slogan der Band ist Programm: „Finest handcrafted music from the Alps.“ Sie spielen in der Besetzung Akkordeon, Harfe, Gitarre, Bass. Pixner gelingt das Kunststück eine Brücke zu spannen zwischen traditioneller Volksmusik und einer Modernen Interpretation. Selbst Heavy Metal Fans werden begeistert sein zu welchen virtuosen Höhen ein Zusammenspiel zwischen Akkordeon und Gitarre führen kann. Stilistisch ist Pixner offen für alle Genres. Er spielt gekonnt Pop, Swing, Tango, Volksmusik und lässt es auch mal richtig krachen, wie bei „Dirty Kathy“, ab 2.35 Min, wo die elektrische Gitarre zum Einsatz kommt. Pixner hat auch den Blues im Blut, wie man beim „One Million Dollar Blues“ hören kann oder bei Songs wie „Let´s Dance Baby“, den Swing. Eine absolute Hörempfehlung.
Herbert Pixner – Dirthy Kathy (YouTube-Link)

Herbert Pixner – One Million Dollar Blues (YouTube-Link)

Kofelgeschroa („Kofel“ ist ein Hausberg in Oberammergau und „geschroa“ ist bairisch und steht für „Geschrei“), das sind vier junge Musiker aus Oberammergau. Sie gehören zu der neuen Volksmusikszene die sich in Bayern entwickelt hat und haben eine stetig wachsende Fangemeinde inklusive dem Feuilleton. Sie spielen in der Besetzung Akkordeon, Helikontuba, Tenorhorn, Trompete, Gitarre und Gesang. Dabei vermengen sie eine musikalische Melange zu einem Klang, einmal gehört, den man wieder erkennt. Hervorzuheben ist auch die Poetisch dadaistische Sprache in den Texten. Hier zu hören mit dem Titel „Wäsche„. Ein Interview zum vor wenigen Tagen veröffentlichten neuen Album „Baaz“ kann man drüben im Deutschlandradio Kultur, samt Video-Trailer, nachhören: Baaz“ – die neue CD von Kofelgschroa
In ihrer Musik stecken Heimat und Freiheit und die Kritik gegen das kleinbürgerliche Denken. Und letztlich Liebe zum Leben, das manchmal auch schräge klingen kann. Um es Bayerisch auszudrücken: Kofelgeschroa ist ein gehaltvoller und würziger Mix aus heimatlichen Rhythmen der auf den weichen Klang des Akkordeons trifft.

Passend zur Jahreszeit geht es zum Schluss nach Argentinien und zum Meister des Bandoneons, Astor Piazzolla. Das Bandoneon ist übrigens eine Erfindung die in Krefeld im 19. Jahrhundert ihren Ursprung hat. Während in Wien das Accordeon (später Akkordeon) seine Geburtsstunde hatte, bastelte Herbert Band an einem Instrument, das später als Bandoneon Weltkarriere gemacht hat.

Einer der großen Meister dieses Instrumentes ist der Argentinische Musiker und Komponist Astor Piazolla, der den Tango quasi neu erfunden hatte als „Tango Nuevo“, einer Weiterentwicklung des traditionellen „Tango Argentino.“ Seine Musik ist weniger zum Tanzen als zum Zuhören geeignet. Piazzolla war ebenso offen war für den Einfluss von Klassischer Musik oder dem Jazz in seiner Musik. Nach seinem Tod ehrten ihn viele andere Musiker u.a. Daniel Barenboim, Yo-Yo Ma, Al De Meola. Was passt in diesen wechselseitigen Zeiten besser als diese sehnsuchtsvolle und wohltemperierte Musik. Hier zu hören aus dem gleichnamigen Album „Oblivion„.

Vergessen Sie für einen Moment alle Vorbehalte gegen Volksmusik. Vertrauen Sie mir und lassen sich anstecken von der Vielfalt und Spielfreude und hören Sie Herbert Pixner, Kofelgeschroa und Astor Piazzolla.


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Michael Kiwanuka

Zu Beginn eines neuen Jahres beginnt einer immer wiederkehrendes Spiel: Was wird das nächste große Ding im Pop? Die Englische BBC pflegt seit vielen Jahren die Tradition interessante Nachwuchskünstler auszuwählen und mit einem Preis zu küren. Und zur großen Überraschung spielen die anderen Medien wie Zeitungen, Magazine, Radiostationen, Webseiten, Plattenfirmen usw. dabei mit, orientieren sich daran und umverteilen ihre Budgets auf die prämierten Nachwuchskünstler. Eine Win-Win-Situation für alle Seiten.

2012 wurde Michael Kiwanuka auserkoren die Stimme des Jahres (Sound of 2012) zu sein. Der Sohn Ugandischer Eltern wuchs im Norden Londons auf, lernte früh Gitarre spielen und spielte als Begleitmusiker bei einigen RnB und Rockbands mit. Wie Kiwanuka in einem Interview erzählte, hörte er eines Tages eine Instrumentalversion von Otis Redding´s „Sittin‘ On Dock Of The Bay“ und schlagartig war es um ihn geschehen. Er arbeitete sich durch die Geschichte der Soul-Musik mit Augenmerk auf die 60´er Jahre und stellte zu seiner Überraschung fest, dass Soul-Helden wie Curtis Mayfield u.a. auch Gitarre spielten. Er orientierte sich am Werk von Bob Dylan und am Gitarrenstil von Jimi Hendrix. 2011 schloss er seinen ersten Plattenvertrag ab, trat im Vorprogramm von Adele auf und 2012 erschien sein Debutalbum. Nach über drei Jahren Wartezeit ist nun sein zweites Album „Love & Hate“ im Juli erschienen und vorab die Single „Black Man In A White World“. (YouTube-Link)

Mit nur 29 Jahren wirkt Kiwanuka abgeklärt, lässig, fast schüchtern und dennoch bereits weise. Er ist jemand der Musik von innen heraus lebt, gedankenversunken und dennoch am Puls der Zeit. Es gibt viele Künstler die Musik aufnehmen damit sie sich möglichst millionenfach verkauft. Kiwanuka gehört zu denen die Musik spielen der etwas anhaftet was bleibt und ein Statement sind. Wer vorschnell von einem Soul-Album spricht irrt. Mit stilistischer Offenheit ist dieses Album ein zeitloses und kontemplatives Dokument eines herausragenden Sängers, Komponisten und Gitarristen. Der Titelsong ist wahrscheinlich der beste Titel vom Album. Kiwanuka singt im Gospelstil immer wieder „You can’t take me down, you can’t break me down“.

Es ist Musik wie geschaffen für den späteren Abend, wenn die Lautstärke des Tages verflogen ist, die Stille der Nacht eingezogen ist und sich der Bariton von Kiwanuka wie ein Seidenschal sanft um einen legt. Man stelle sich eine Bar vor wo die Geräuschkulisse gedämpft ist und Kiwanuka beginnt zu singen.

Die beiden Live-Aufnahmen aus einem Tonstudio sind Großes Kino. „Cold Little Heart“ beginnt mit einem langen Intro und anschließenden Gitarrensoli für das sich jede Zeit lohnt. Mit dem Titelsong „Love & Hate“, in einer akustischen Version, geht es beseelt, folkig, rockig weiter. Wer in dieses sehr gute Album hinein hören möchte, klickt hier. (YouTube-Link)

„Love & Hate“ ist zwar ein nachdenkliches Album, geprägt von den Erfahrungen Kiwanukas. Doch ihm gelingt das Kunststück all dies auf ein neues Level zu heben und interpretiert den Soul im ursprünglichen Sinne. Wo andere Künstler kritisieren und lamentieren gibt Kiwanuka einem Trost und Hoffnung. Was kann es besseres zur Zeit geben? Vertrauen Sie mir und hören Sie Michael Kiwanuka.