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Ella

100 Jahre Jazz werden 2017 gefeiert. Und das passt gut zu Ella Fitzgerald die am 25. April 100 Jahre alt geworden wäre. Ein Naturtalent und eine Jahrhundertstimme die nachfolgende Generationen beeinflusst hatte. Sieben Jahrzehnte dauerte ihre überaus erfolgreiche Karriere an.

Eigentlich wollte sie Tänzerin werden. Doch durch einen Zufall kam sie zum Gesang. Eine Gesangsausbildung hatte sie nie und Noten lesen konnte sie auch nicht. Doch das Glück war ebenso auf ihrer Seite und so traf sie immer wieder in ihrem Leben Menschen die ihren künstlerischen Weg kreuzten. Beim Orchester Chick Webb sang sie 1935 vor und wurde sofort engagiert. Schon ihre erste Aufnahme hätte ebenso ihr Lebensmotto sein können: “I´ll Chase The Blues Away”. Mitte der 1940er Jahre ging sie mit Dizzy Gillespie auf Tournee und lernte dabei Norman Granz kennen, der die Tournee organisierte. Granz organisierte Konzertreihen wie “Jazz at the Philharmonic-Konzerte” und so tourte sie nun in ganz Amerika, später auch weltweit und wurde schnell zu einem Star. Von Dizzy Gillespie lernte sie ebenso den gerade aufkommenden BeBop kennen und fragte sich, warum dies nur Instrumenten vorbehalten war. So entstand ihr Scatgesang, dass Improvisieren und Imitieren von Instrumententönen, der ihren Weltruhm begründete.

“Es zählt nicht, wo du herkommst. Es geht darum, wohin du gehst.” (Ella Fitzgerald)

Sie sang das gesamte “American Songbook” ein, mit Liedern von George und Ira Gershwin, Cole Porter, Irving Berlin u.a., swingte mit Jazz-Größen wie zum Beispiel Louis Armstrong. Später sang und spielte sie Duette mit Großen der Musik. Mit bis zu 45 Wochen im Jahr stand sie auf sehr vielen Bühnen dieser Welt.

Ihre Art zu singen war pure Lebensfreude und sie dabei zu hören hatte etwas erhabenes. Es war ihr Glück das sie mit Drogen und Alkohol nichts zu tun hatte. Während Billie Holiday daran zugrunde ging, war Ella Fitzgerald genau das Gegenteil von Billie Holiday. Melancholie war nichts für sie. Sie wollte Freude mit der Musik verbreiten. In den 1950er Jahren nahm sie diverse Konzeptalben auf, das große “American Songbook”. In den 1960er und 1970er Jahren wurden sie einem größeren Publikum bekannter in dem sie populäre Songs abseits des Jazz sang und auch Genres wechselte. Mit ihrem Stimmvolumen von 3 Oktaven war sie stets in der Lage und unabhängig vom Genre jedes Lied singen zu können. Oder wie jemand über sie sagte: sie könnte auch das Telefonbuch herunter singen und es würde wunderschön klingen.

Sie entwickelte den Scatgesang in ungeahnte Höhen und machte vielleicht das Unhörbare mittels ihrer Stimme hörbar. Ein Meilenstein dazu ist ihre Interpretation von “How High The Moon” wo sie mit atemberaubender Energie minutenlang scattet und das in verschiedenen Tonlagen.

1993 musste sie sich von der Konzertbühne zurückziehen. Drei Jahre später starb sie am 15. Juni 1996 im Alter von 79 Jahren. Sie war einzigartig und die Größte in ihrem Metier.

Was von ihr bleibt sind mehr als 200 Schallplattenaufnahmen mit mehr als 2.500 Songs. Wer wissen möchte was Rhythmus im Gesang bedeutet, dem empfehle ich mit Nachdruck das Werk von Ella Fitzgerald. Als Einstieg eignen sich ihre Alben aus den späten 1960er und 1970er Jahren. Hier eine persönliche Auswahl an Höhepunkten.

Aus der Zusammenarbeit mit der Brasilianischen Legende Antonio Carlos Jobim: “Mas Que Nada”

Vom Cole Porter Songbook “Too Darn Hot”

Ella Fitzgerald Live 1960 in Berlin mit einem Klassiker des Scatgesangs: “How High The Moon”

Und sie konnte auch rocken wie man bei “Sunshine Of Your Life” hören kann.

Aus ihrer Zusammenarbeit mit Louis Armstrong im Duett zu “Dream A Little Dream Of Me”

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Silent Night

Christmas 2014
Zeit für Stille und Besinnlichkeit. Wir brauchen in diesen Stunden besonders Ruhe und Besinnlichkeit zum Nachdenken und Innehalten. Dafür mache ich gern den Platz frei für den mittlerweile vierten “Stille Nacht” Musik-Mix.

Mit Musik die manchmal melancholisch ist, mutig, ruhig und mit emotionaler Kraft. Musik für alle die die besondere Stimmung der Stille genießen und wieder durchatmen möchten. Musik wie gemacht für den Abend oder für die Nacht oder die frühen Morgenstunden und auch gern nach Weihnachten. Und mit Liedern die mich in diesem Jahr mit begleitet haben. Mit Musik von Archive, Tori Amos, John Cale, Portishead, Massive Attack und vielen anderen. Erinnern möchte ich auch an einige Künstler die nicht mehr leben: David Bowie, Leonard Cohen, Leon Russell, Sharon Jones, Mose Allison, Prince.

Take a moment of calm and peace. We need in these hours especially more silence in a noisy world. Follow the link (YouTube-Link) and you can listen to a special “Silent Night” Music-Mix I created for the fourth time.

Mainly songs sometimes melancholic, nevertheless brave, quiet but with emotional power. For all who wants to enjoy the special mood of the silence. A mix perfect for the evening or night or for the wee small hours. And the music mix works well still after christmas.

Beside known Artist like Archive, Tori Amos, John Cale, Portishead, Massive Attack and many other more I still remember on artists who passed away in 2016: David Bowie, Leonard Cohen, Leon Russell, Sharon Jones, Mose Allison, Prince.

I wish you all a merry Christmas. Eat, drink and be merry if you can. After this year we deserve this.

Frohe Weihnachten | Merry Christmas | Joyeux Noel | Buone Feste Natalizie | Feliz Navidad

This way please, click → Silent Night 2016 – The Mix (YouTube-Link)

Tracklisting:
1. Archive – Distorted Angels
2. Archive – Axiom
3. The National – Green Gloves
4. Ahnoni – Hopelessness (Music starts at 0:50 Min)
5. Tori Amos – Star Whisperer
6. Rebekka Bakken – Powder Room Collapse
7. Leonard Cohen – Democracy
8. Tindersticks – We Are Dreamers
9. Leon Russell – A Song For You
10. Leonard Cohen – Nevermind
11. David Bowie – Five Years
12. Heather Nova – I’m On Fire (Live)
13. Mose Allison – Young Man’s Blues (1959)
14. The Cinematic Orchestra – “To Believe” (Feat. Moses Sumney)
15. Sarah Jarosz – House of Mercy
16. Carla dal Forno – What You Gonna Do Now?
17. Olafur Arnalds ft. Arnor Dan – Say My Name
18. Billy Bragg & Joe Henry – The L&N Don’t Stop Here Anymore
19. Sharon Jones & the Dap-Kings – Slow Down, Love
20. Prince – Colonized Mind
21. Low Roar – Tonight, Tonight
22. Bob Weir – Only A River
23. Bill Fay – Thank You Lord
24. Portishead – The Rip
25. Massive Attack – The Spoils
26. Editors – No Harm
27. Cat Power – Hate
28. Conor Oberst – The Rain Follows the Plow
29. John Cale – Hallelujah (Reissue from the Album “Fragments Of A Rainy Season”)
30. Katie Melua – O Holy Night

Alternative: Silent Night 2016 – The Mix (YouTube)

Related Links:
Silent Night 2015
Silent Night 2014
Silent Night 2013


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Volksmusik

Heute geht es auf eine (Volks)musikalische Reise nach Tirol, Oberammergau und nach Argentinien, wo das Akkordeon und Bandoneon u.a. im Mittelpunkt stehen. Der Begriff Volksmusik hat in diesem Zusammenhang wenig mit den landläufigen Klischees zu tun.


Wir starten die Reise in Südtirol. Frischen Wind in die traditionelle Volksmusik der Alpen bringt seit fast 10 Jahen Herbert Pixner mit seinem gleichnamigen Projekt. Der Slogan der Band ist Programm: “Finest handcrafted music from the Alps.” Sie spielen in der Besetzung Akkordeon, Harfe, Gitarre, Bass. Pixner gelingt das Kunststück eine Brücke zu spannen zwischen traditioneller Volksmusik und einer Modernen Interpretation. Selbst Heavy Metal Fans werden begeistert sein zu welchen virtuosen Höhen ein Zusammenspiel zwischen Akkordeon und Gitarre führen kann. Stilistisch ist Pixner offen für alle Genres. Er spielt gekonnt Pop, Swing, Tango, Volksmusik und lässt es auch mal richtig krachen, wie bei “Dirty Kathy”, ab 2.35 Min, wo die elektrische Gitarre zum Einsatz kommt. Pixner hat auch den Blues im Blut, wie man beim “One Million Dollar Blues” hören kann oder bei Songs wie “Let´s Dance Baby”, den Swing. Eine absolute Hörempfehlung.

Kofelgeschroa (“Kofel” ist ein Hausberg in Oberammergau und “geschroa” ist bairisch und steht für “Geschrei”), das sind vier junge Musiker aus Oberammergau. Sie gehören zu der neuen Volksmusikszene die sich in Bayern entwickelt hat und haben eine stetig wachsende Fangemeinde inklusive dem Feuilleton. Sie spielen in der Besetzung Akkordeon, Helikontuba, Tenorhorn, Trompete, Gitarre und Gesang. Dabei vermengen sie eine musikalische Melange zu einem Klang, einmal gehört, den man wieder erkennt. Hervorzuheben ist auch die Poetisch dadaistische Sprache in den Texten. Hier zu hören mit dem Titel “Wäsche”. Ein Interview zum vor wenigen Tagen veröffentlichten neuen Album “Baaz” kann man drüben im Deutschlandradio Kultur, samt Video-Trailer, nachhören: Baaz” – die neue CD von Kofelgschroa

In ihrer Musik stecken Heimat und Freiheit und die Kritik gegen das kleinbürgerliche Denken. Und letztlich Liebe zum Leben, das manchmal auch schräge klingen kann. Um es Bayerisch auszudrücken: Kofelgeschroa ist ein gehaltvoller und würziger Mix aus heimatlichen Rhythmen der auf den weichen Klang des Akkordeons trifft.

Passend zur Jahreszeit geht es zum Schluss nach Argentinien und zum Meister des Bandoneons, Astor Piazzolla. Das Bandoneon ist übrigens eine Erfindung die in Krefeld im 19. Jahrhundert ihren Ursprung hat. Während in Wien das Accordeon (später Akkordeon) seine Geburtsstunde hatte, bastelte Herbert Band an einem Instrument, das später als Bandoneon Weltkarriere gemacht hat.

Einer der großen Meister dieses Instrumentes ist der Argentinische Musiker und Komponist Astor Piazolla, der den Tango quasi neu erfunden hatte als “Tango Nuevo”, einer Weiterentwicklung des traditionellen “Tango Argentino.” Seine Musik ist weniger zum Tanzen als zum Zuhören geeignet. Piazzolla war ebenso offen war für den Einfluss von Klassischer Musik oder dem Jazz in seiner Musik. Nach seinem Tod ehrten ihn viele andere Musiker u.a. Daniel Barenboim, Yo-Yo Ma, Al De Meola. Was passt in diesen wechselseitigen Zeiten besser als diese sehnsuchtsvolle und wohltemperierte Musik. Hier zu hören aus dem gleichnamigen Album “Oblivion”.

Vergessen Sie für einen Moment alle Vorbehalte gegen Volksmusik. Vertrauen Sie mir und lassen sich anstecken von der Vielfalt und Spielfreude und hören Sie Herbert Pixner, Kofelgeschroa und Astor Piazzolla.


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Giant Steps

Für den Moment Musik von jungen Musikern wo das Saxofon im musikalischen Vordergrund steht und eine Erinnerung an einen der Großen des Jazz. Vor einigen Tagen wäre der Gigant am Saxofon, John Coltrane, 90 Jahre geworden. Coltrane war der musikalische Berserker, jemand der in seinem sehr kurzen Leben atemlos die Musik vor sich her getrieben hatte und den Level ins “Noch-Hörbare und Nicht-mehr-Hörbare” erweiterte. So beschrieb ihn gut Roger Willemsen. Mit nur 41 Jahren verstarb er 1967 früh. Blickt man heute auf Coltrane und sein Werk zurück, fällt auf, dass es quer über alle musikalischen Grenzen eine tiefe Verehrung für ihn bis heute gibt. Ob Eric Clapton oder Kirk Hammett von Metallica u.a. berufen sich in Interviews gern auf den Einfluss von John Coltrane z.B. für schnelle Gitarrensolis. Coltrane war seiner Zeit um Jahre voraus und bleibt bis heute aktuell. Die Französische Sängerin Camille Bertault sorgte zum Beispiel mit einem gesungenen Saxofonsolo von Coltranes “Giant Steps” kürzlich für Aufsehen. Coltrane bewegt zudem auch die Jugend.


Kommen wir zu einem 13 jährigen Wunderkind am Klavier, der seit wenigen Jahren die Jazzwelt in tiefe Bewunderung versetzt hat. Joey Alexander, geboren in Indonesien, spielt nicht nach Noten. Er lernt autodidaktisch die Stücke und ist bereits mit 13 Jahren soweit zu improvisieren. Nahezu mühelos und mit einer Beseeltheit interpretiert Joey Alexander neben Thelonius Monk auch Stücke des Musikers John Coltrane auf seinen Alben “My Favorite Things” und aktuell “Count Down”. Jazzgrößen wie Herbie Hancock oder Wynton Marsalis gehören zu seinen Fans. Im “White House” in Washington durfte er bereits neben anderen Weltstars auftreten.

Nun ein musikalischer Wechsel hin zur Klassik. Doch wir bleiben beim Saxofon. Der Eurovision Young Musicians 2016 ist ein Ableger vom bekannten ESC (European Song Contest) jedoch in der Sparte Klassische Musik, der vor wenigen Wochen vor dem Kölner Dom stattfand. Am Abend durften die jungen Musiker(innen) zusammen mit einem Sinfonieorchester live spielen. Im Vordergrund stand bei dem Wettbewerb das jeweilige Instrument. Gewonnen hat den Wettbewerb Polen, mit dem 18 jährigen Łukasz Dyczko am Saxofon. Nun gibt es in der zeitgenössischen klassischen Musik nicht sehr viele Stücke für das Saxofon. Der Belgische Komponist und Dirigent André Waignein schrieb 1988 eine Rhapsodie für das Saxofon, die ausdrucksstark und angenehm nachklingend von Łukasz Dyczko interpretiert wurde.

Und weil zu Recht John Coltrane bis heute tief verehrt wird, ein Titel zum Einstieg. “Equinox” in der superben Besetzung Tenor-Saxofon, John Coltrane/ Piano, McCoy Tyner/ Schlagzeug, Elvin Jones und am Bass Steve Taylor.

Vergessen Sie für einen Moment alle Vorurteile gegen zeitgenössische Klassische Musik und dem Jazz gegenüber und hören und sehen sie und lassen sich anstecken von der Spielfreude und der Musik.


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Michael Kiwanuka

Zu Beginn eines neuen Jahres beginnt einer immer wiederkehrendes Spiel: Was wird das nächste große Ding im Pop? Die Englische BBC pflegt seit vielen Jahren die Tradition interessante Nachwuchskünstler auszuwählen und mit einem Preis zu küren. Und zur großen Überraschung spielen die anderen Medien wie Zeitungen, Magazine, Radiostationen, Webseiten, Plattenfirmen usw. dabei mit, orientieren sich daran und umverteilen ihre Budgets auf die prämierten Nachwuchskünstler. Eine Win-Win-Situation für alle Seiten.

2012 wurde Michael Kiwanuka auserkoren die Stimme des Jahres (Sound of 2012) zu sein. Der Sohn Ugandischer Eltern wuchs im Norden Londons auf, lernte früh Gitarre spielen und spielte als Begleitmusiker bei einigen RnB und Rockbands mit. Wie Kiwanuka in einem Interview erzählte, hörte er eines Tages eine Instrumentalversion von Otis Redding´s “Sittin’ On Dock Of The Bay” und schlagartig war es um ihn geschehen. Er arbeitete sich durch die Geschichte der Soul-Musik mit Augenmerk auf die 60´er Jahre und stellte zu seiner Überraschung fest, dass Soul-Helden wie Curtis Mayfield u.a. auch Gitarre spielten. Er orientierte sich am Werk von Bob Dylan und am Gitarrenstil von Jimi Hendrix. 2011 schloss er seinen ersten Plattenvertrag ab, trat im Vorprogramm von Adele auf und 2012 erschien sein Debutalbum. Nach über drei Jahren Wartezeit ist nun sein zweites Album “Love & Hate” im Juli erschienen und vorab die Single “Black Man In A White World”. (YouTube-Link)

Mit nur 29 Jahren wirkt Kiwanuka abgeklärt, lässig, fast schüchtern und dennoch bereits weise. Er ist jemand der Musik von innen heraus lebt, gedankenversunken und dennoch am Puls der Zeit. Es gibt viele Künstler die Musik aufnehmen damit sie sich möglichst millionenfach verkauft. Kiwanuka gehört zu denen die Musik spielen der etwas anhaftet was bleibt und ein Statement sind. Wer vorschnell von einem Soul-Album spricht irrt. Mit stilistischer Offenheit ist dieses Album ein zeitloses und kontemplatives Dokument eines herausragenden Sängers, Komponisten und Gitarristen. Der Titelsong ist wahrscheinlich der beste Titel vom Album. Kiwanuka singt im Gospelstil immer wieder “You can’t take me down, you can’t break me down”.

Es ist Musik wie geschaffen für den späteren Abend, wenn die Lautstärke des Tages verflogen ist, die Stille der Nacht eingezogen ist und sich der Bariton von Kiwanuka wie ein Seidenschal sanft um einen legt. Man stelle sich eine Bar vor wo die Geräuschkulisse gedämpft ist und Kiwanuka beginnt zu singen.

Die beiden Live-Aufnahmen aus einem Tonstudio sind Großes Kino. “Cold Little Heart” beginnt mit einem langen Intro und anschließenden Gitarrensoli für das sich jede Zeit lohnt. Mit dem Titelsong “Love & Hate”, in einer akustischen Version, geht es beseelt, folkig, rockig weiter. Wer in dieses sehr gute Album hinein hören möchte, klickt hier. (YouTube-Link)

“Love & Hate” ist zwar ein nachdenkliches Album, geprägt von den Erfahrungen Kiwanukas. Doch ihm gelingt das Kunststück all dies auf ein neues Level zu heben und interpretiert den Soul im ursprünglichen Sinne. Wo andere Künstler kritisieren und lamentieren gibt Kiwanuka einem Trost und Hoffnung. Was kann es besseres zur Zeit geben? Vertrauen Sie mir und hören Sie Michael Kiwanuka.


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Brazil Mix

Brazil’s Olympics kick off tonight. It is the perfect time to share and celebrate the beautiful music of Brazil. In 2014 I already created two long tracklists with Music from Brazil. For the new mix I updated the long list, added new songs and put together all in one mix to share the new mix with current and classic Tunes for your pleasure. Listen and enjoy to Azymuth, Gilberto Gil, Jorge Ben, Tania Maria, Seu Jorge, Marcus Valle, Ed Motta and many others more.

This way please, click → Essential Brazilian Mix  (YouTube-Link)

Heute Nacht beginnen die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro/Brasilien. Eine perfekter Moment, abseits von den Spielen, die wunderbare Musik aus Brasilien zu genießen. Bereits 2014 hatte ich zwei lange Listen mit Musik aus Brasilien zusammen gestellt. Für den neuen Mix habe ich die Titel aktualisiert, neue Lieder hinzugefügt, alles zusammen gefügt und alle Titel sind jetzt ohne Geo-Blocking frei empfänglich. Viel Vergnügen mit Azymuth, Gilberto Gil, Jorge Ben, Tania Maria, Seu Jorge, Marcus Valle, Ed Motta u.v.a.

Alternative Link, click → Essential Brazilian Mix (YouTube-Link)

Did you know/ Wussten sie schon
“Mas que nada” which means in German “Mehr als Nichts” and in English “More than nothing”. Most people believe that Sergio Mendes originally wrote the song. But Mendes made later only a cover version, but a quite succesful cover version. It is originally written by Jorge Ben Jor in 1963. And he was very influenced by José Prates with “Nanã Imborô from 1958. (YouTube-Links)

“Mas que nada” ist portugiesisch für “Mehr als Nichts”. Viele glauben, dass Sergio Mendes den Titel im Original geschrieben hat. Doch Mendes machte lediglich eine Cover-Version daraus, die weltweit bekannt wurde. Im Original wurde der Titel von Jorge Ben Jor 1963 geschrieben. Besonders beeinflusst wurde der Titel von José Prates und seinem “Nanã Imborô”.

“Bossa Nova” means “New Trend” and was developed in the 50s and 60s. It is a fusion mix of samba and jazz. In 1958 Antonio Carlos Jobim wrote the song Chega De Saudade” (No More Blues), performed by Elizeta Cardoso. It was the first bossa nova recording. In 1959 Joao Gilberto recorded the album “Chega De Saudade”. His version became a worldwide hit. (YouTube-Links) More information you find here: Wikipedia “Bossa Nova”.

“Bossa Nova” ist portugiessich für “Neue Welle” und entwickelte sich in den 1950 und 1960er Jahren als neue Entwicklung in der Musik. Es ist ein Mix aus den beiden Stilrichtungen Samba und Jazz. Als Geburtsstunde des Bossa Nova gilt der Titel “Chega De Saudade (No More Blues)” von  Antônio Carlos Jobim 1958, der von Elizeta Cardoso gesungen wurde. 1959 nahm Joao Gilberto das Album “Chega De Saudade” auf und seine Version wurde ein weltweiter Hit. Mehr zu lesen gibt es in der Wikipedia “Boss Nova”.

Gilles Peterson presents Brasil Bam Bam Bam (Documentation)
Gilles Peterson’s feature-length documentary on Brazilian music is now available to watch online for the first time. Titled Brasil Bam Bam Bam, it was filmed in 2014 to then tour film festivals and one-off screenings without ever being available to a wider audience.

Gilles Peterson presents Brasil Bam Bam Bam from brownswood recordings on Vimeo.


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Summertime

Es ist Sommerzeit. Wenden wir uns u.a. dem berühmtesten Titel einer Jahreszeit zu: Summertime, aus der Gershwin-Oper “Porgy and Bess”, der Stille des Zuhören, echten Gefühlen und dem weltlichen und geistlichen Soul.

Art Pepper ist einer der Großen des Jazz. Er verstand es bekannte Arrangements zu dekomponieren, sie zu entkernen und in alle Einzelteile zu zerlegen um sie neu zu arrangieren. Pepper war ein Enfant Terrible, ein Unruhiger der stets auf der Suche nach dem wahren Ausdruck in der Musik war. Dabei überwand er gekonnt immer wieder die scheinbar unüberwindbare Klippen des Originals. Sein Stil kann man am besten damit beschreiben, dass er, wie jemand über ihn schrieb, “die Seele des Originals vertiefte” mit der Selbstsicherheit eines großen Künstlers neue Ideen mit einbringt. “Summertime” ist Pepper´s Statement wie er Musik versteht. Ein Meilenstein.

Pepper´s Leben war jedoch gekennzeichnet von Niederlagen. Er saß jahrelang im Gefängnis, hatte Drogenprobleme. Dazu kamen Entziehungskuren und diverse Aufenthalte in Krankenhäusern die ihn immer wieder zurück warfen. Parallel feierte er vielleicht zum Trotz immer wieder ein glanzvolles musikalisches Comeback. Selbst dann, wenn man ihn schon abgeschrieben hatte. Mit nur 56 Jahren verstarb er, der “Jazz Survivor,” wie eine sehenswerte Dokumentation über ihn hieß. Der Sommer und “Summertime” wird immer seinen Namen mittragen.

Art Pepper Quartet – Summertime

Solomon Burke, der “King of Soul”, gehört zu den Schwergewichten in der Soul Musik. Mit 14 Jahren bekam er seine erste Gitarre, mit 15 Jahren unterschrieb er seinen ersten Plattenvertrag und hatte in den 60´er Jahren zwei eigene große Hits mit “Everybody Needs Somebody To Love” und “Cry To Me“. Beide Titel wurde oft von anderen Künstlern interpretiert. In den 2000er Jahren drehte er den Spieß um und nahm ein Album “Don´t Give Up” mit Kompositionen von Van Morrison, Elvis Costello, Tom Waits und anderen auf und bekam prompt dafür einen Grammy. Ein lässiges Soul- und Blues- Album eines großen Sängers und Interpreten. Sein Leben war gekennzeichnet von der großen Liebe zu Frauen, er war mehrfach verheiratet und Essen. So brachte er in seinen letzten Jahren 350-400 Pfund auf die Bühne. 2010 starb er mit 70 Jahren vermutlich an einem Herzinfarkt in einem Flugzeug. Am Abend wollte er ein Konzert in Amsterdam geben.

Als Ergänzung zu “Summertime” habe ich den Titel “A Change Is Gonna Come”, aus dem gleichnamigen Album von Solomon Burke, gewählt. Der Titel, im Original von Sam Cooke gesungen, oft gecovert, bekommt durch Burke´s Interpretation eine enorme Intensität und wohltemperierte angenehme Stille. Wie gemacht um am Abend oder in der Nacht den stillen Moment gemeinsam zu genießen. Dieser Titel hat von seinem Ausdruck und Bedeutung bis heute nichts verloren. Was Pepper und Burke gemeinsam haben, sind die echten Gefühle in einer manchmal zu kalten und zu lauten Welt. Mehr zu Sam Cooke´s “A Change Is Gonna Come” gibt es hier.

“Zuhören ist Hören in Verbindung mit Denken und Konzentration. Die meisten Menschen können das gar nicht mehr. Sie machen keinen Unterschied zwischen Hören und Zuhören.” Daniel Barenboim (Quelle: SZ)

Solomon Burke – A Change Is Gonna Come