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Tagesschaum

Nach 16 Jahren Abstinenz ist Friedrich Küppersbusch wieder zurück auf dem Bildschirm. „Tagesschaum“ hatte am Montagabend Premiere gehabt. Die Erwartungen waren sehr hoch. Das Medienecho ebenso. Wenn auch die Premierensendung noch viel Luft nach oben hatte, so war die zweite Ausgabe bereits lockerer und pointierter.

Um eines vorweg zu sagen: „Tagesschaum“ ist kein Mainstream. Die Deko wirkt auf das Nötigste entkernt und bei manchem Detail frage ich mich auch: Warum? Jedoch ist die Sendung schnell, bissig, ironisch, satirisch und unterhaltsam. Mit ca. 13 Minuten Tagesschau-Länge kann man sie zudem wunderbar auch am Tag danach via YouTube nachschauen. Ergänzt wird die Präsenz der Sendung bei Twitter, Google+, Facebook und mit einem eigenen YouTube-Kanal.

Eine Viertelstunde Haltung, Erbauung und Trost gibt es von nun bis zur Bundestagswahl jeden Montag, Dienstag und Donnerstag um 22:45 Uhr vorab bei YouTube und um 23:15 Uhr im WDR Fernsehen und in der Wiederholung auch bei Einsfestival.

Meine Erwartungen hat die Sendung erfüllt. Luft nach oben hat sie auch noch. Bleibt zu hoffen und zu wünschen, dass die Redaktion auch in der Nachrichtenarmen Zeit genug Material findet, um es humoristisch, satirisch aufzuarbeiten.

Noch mehr Friedrich Küppersbusch gibt es in der wöchentlichen Kolumne „Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?“ in der taz. die tageszeitung

Friedrich Küppersbusch:

„Wer Bild lesen will, muss von nun an Strafe zahlen.“

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The Nomi Song

arte zeigt heute Abend um 22.00 Uhr die sehenswerte Dokumentation „The Nomi Song“ über den Sänger Klaus Nomi.

Er sah aus wie ein Alien und sang wie eine Primadonna – der Countertenor Klaus Nomi.

Der Countertenor Klaus Nomi sang Popmusik wie Opern. Seine Stimme verfügte über eine fast unmenschliche Spannweite, vom Sopran bis zum Kasernenton eines preußischen Generals.

Klaus Nomi trat in der ersten Sendung von „Na Sowas“ (1982) mit Thomas Gottschalk auf. Leider habe ich davon kein Video gefunden.

In den 70er Jahren ging er in die USA und erreichte dort ein breiteres Publikum, sang u.a. im Chor von David Bowie und mit dem Erfolg aus den Staaten kam er nach Europa zurück, gab Konzerte und hatte ein kleines aber treues Publikum, besonders in Berlin, wo er lebte. 1983 starb er an AIDS. Eine Krankheit die damals noch kaum bekannt war.

Der Regisseur Andrew Horn blickt zurück, spricht mit Zeitzeugen und zeigt vielfach bisher (also bis dato) noch nicht veröffentlichtes Material. Die Dokumentation wird am 25. Januar um 02.10 Uhr wiederholt. Ob sie auch über die arte-Mediathek abrufbar sein wird, weiß ich nicht.

Die Zeit sollte man sich nehmen. Eine sehr sehenswerte Dokumentation über einen einzigartigen Sänger.

Klaus Nomi verschmolz New Wave und Oper zu einen eigenen Klangkosmos und mit 39 Jahren ist er viel zu früh verstorben. Hier ist noch ein rarer Ausschnitt, wo er im amerikanischen Fernsehen Oper singt: http://vimeo.com/16820060


Lesezeichen 12

Ungewöhnlich. Laurent Chéhère lässt Häuser unbeschwert „fliegen“ und fotografiert sie dabei: „Flying Houses„.

Spannend. „Im Angesicht des Fernsehens. Der Filmemacher Dominik Graf“. Thomas Groh rezensiert in der taz einen Sammelband, der die vielen Gesichter des Regisseurs Dominik Graf erforschen soll.

 

Wer den Künstler in sich wecken möchte, dem sei http://new.weavesilk.com empfohlen. Probiert es ruhig aus. Die Webseite funktioniert ohne Flash und die Ergebnisse können dann in diverse Social Media Kanäle weiter verbreitet werden.

Im nächsten Jahr kommt „Hitchcock“ zu uns in die Kinos, mit Anthony Hopkins in der Hauptrolle. Grund genug, sich mit dem „Master of Suspense“ zu beschäftigen. Flavorwire hat dazu einen „Beginner Guide“ zusammen gestellt.

Die F.A.Z. hinterfragt den Datenschutz bei E-Book-Readern im Artikel: Der gläserne Leser.

Wem gehört die Stadt? Das fragte in dieser Woche die „Kulturzeit“ bei 3sat. Hintergrund war, das sich der Protest in der Hamburger Hafenstraße zum 25. Mal jährte. In der September-Ausgabe von brand eins erklärte Dietmar Steiner, Direktor des Architekturzentrums Wien: Die Stadt hat ihre Würde verloren Wohnraum wird in den großen Städten immer teurer und knapper. Gehört die Stadt überhaupt noch den Bürgern? Ein lesenswertes und eindringliches Interview, das auf viele Probleme aufmerksam macht.

Den Blick auf das Wesentliche im Leben zeigt der berührende Kurzfilm „Blinder Fleck

Der Spanische Künstler Alejandro Guijarro dokumentiert in einer eindrucksvollen Bildserie, die Mathematischen Kritzeleien von Genies: The Mathematical Scribbles of Geniuses

Das Worthupferl der Woche:

Das Leben ist völlig unkompliziert.
Bis auf den Alltag. © KarlHeinz Karius

Wie erklärt man jemanden den Begriff Social Media Berater? Die Parodisten von The Onion geben in diesem großartigen Video die Antwort darauf und machen sich dabei u.a. über Social Media Berater und Ted Talks lustig. “Using Social Media To Cover For Lack Of Original Thought.”

„Ideally, real human users will leave social networking altogether, and all that will be left will be thousands of robots, talking to each other, who we can then advertise to.“

 


Durch die Nacht mit …

Es begann mit der Erstausstrahlung im Mai 2002 als das vom ZDF für ARTE produzierte Format „Durch die Nacht mit …“ mit Christoph Schlingensief und Christian Thielemann auf Sendung ging. Mittlerweile sind fast 10 Jahre vergangen und es gab 99 Begegnungen von Prominenten aus Kunst und Kultur.

99 Folgen „Durch die Nacht mit …“: Das sind 99 erlebnisreiche Abende in Städten rund um die Welt, mit Begegnungen von Stars und beliebten Promis, bedeutenden Künstlern, und großen Musikern, das ist 99-mal das große Experiment einer Begegnung ohne Netz und doppelten Boden.

ARTE widmete der 100. Sendung eine ganze Nacht und eine Sondersendung mit den Moderatoren Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf, wo die beiden in drei Tagen fünf Europäische Städte besuchten und auf Künstler getroffen sind, die bereits bei „Durch die Nacht mit …“ teilgenommen hatten.  Zur Themenseite mit Ausschnitten aus der Sondersendung geht es hier:  http://www.arte.tv/de/durch-die-nacht-mit-xxl-10-jahre-100-folgen/6966770.html

Zwei Menschen, die sich teils noch nie begegnet sind, eine Stadt, eine gemeinsame Nacht, ohne Moderation und die Kamera läuft. So einfach und spannend kann Fernsehen auch sein.  Ich wünsche der Redaktion noch viele weitere spannende Begegnungen.

Die Jubiläumssendung mit Joko und KLaas Durch die Nacht mit … XXL 10 Jahre – 100 Folgen kann man sich in der ARTE-Mediathek noch sieben Tage anschauen.

 


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Lesezeichen 6

In der aktuellen Ausgabe von brand eins erklärt Dietmar Steiner, Direktor des Architekturzentrums Wien: Die Stadt hat ihre Würde verloren Wohnraum wird in den großen Städten immer teurer und knapper. Gehört die Stadt überhaupt noch den Bürgern? Ein lesenswertes und eindringliches Interview, das auf viele Probleme aufmerksam macht.

Was es zu beachten gilt, beim Öffentlichen Publizieren von Bildern, auch bei eigenen Schnappschüssen.  Juristische Klippen bei der Veröffentlichung von Bildern im Web Ein langer und lesenswerter Artikel, der u.a. auch beschreibt, das man z.B. den Eiffelturm in Paris am Abend besser nicht fotografieren sollte. Zumindest dann nicht, wenn man das Bild veröffentlichen möchte. Als Querverweis empfehle ich auch die gute Zusammenstellung von wichtigen Fragen zu Abmahnungen. Die große FAQ zu Abmahnungen wegen unerlaubter Bildernutzung

Über den ZEIT-Beitrag Das tolle Programm über das Deutsche Fernsehen, habe ich mich gefreut. Bravo für diese Ode an das Fernsehen. Ja, es gibt sie doch: Perlen, Nischen, Sehenswertes im Fernsehen.

Ein Tipp in eigener Sache. Wer sich für den Hamburger Himmel interessiert und das nicht nur aus astronomischer Sicht, dem empfehle ich mein Foto-Blog: Himmel über Hamburg mit vielen Bildern rund um Hamburg.