Freiraum

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Evening Song

Warehouse District At Night
Wenn es Nacht wird treibt es mich oft im Winter in die Speicherstadt. Stets auf der Suche nach Licht und dem besonderen Charme der Architektur. Zusammen mit dem Abendlied von Matthias Claudius eine inspirierende Melange.

When the night falls. Especially in the winter period I like to stroll around the warehouse district. Always looking for lights and to capture the special character of the architecture. Perfect with the words from the poem „Evening Song“ by Matthias Claudius.

Der Mond ist aufgegangen,
die goldnen Sternlein prangen
am Himmel hell und klar;
der Wald steht schwarz und schweiget,
und aus den Wiesen steiget
der weiße Nebel wunderbar.

The Moon is risen, beaming,
The golden stars are gleaming
So brightly in the skies;
The hushed, black woods are dreaming,
The mists, like phantoms seeming,
From meadows magically rise.

Warehouse District At Night
Wie ist die Welt so stille
und in der Dämmrung Hülle
so traulich und so hold!
Als eine stille Kammer,
wo ihr des Tages Jammer
verschlafen und vergessen sollt.

How still the world reposes,
While twilight round it closes,
So peaceful and so fair!
A quiet room for sleeping,
Into oblivion steeping
The day’s distress and sober care.

Harbour City Hotel
Sehr ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen
und ist doch rund und schön.
So sind wohl manche Sachen,
die wir getrost belachen,
weil unsre Augen sie nicht sehn.

Look at the moon so lonely!
One half is shining only,
Yet she is round and bright;
Thus oft we laugh unknowing
At things that are not showing,
That still are hidden from our sight.

Abendlied von Matthias Claudius (1740–1815)
Evening Song/The Moon is risen by Matthias Claudius (1740–1815)

Matthias Claudius wurde 1740 in der Kleinstadt Reinbek geboren. Er schrieb für “Der Wandsbecker Bothe” wo er seine Gedichte und Essays veröffentlichte. Er verstarb 1815 in Hamburg.

Matthias Claudius was born in 1740 in the small town of Reinfeld, Germany. He edited “Der Wandsbecker Bothe”, in which he also published many of his poems and essays. He died in Hamburg 1815.

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Ein langer Weg

Elbphilharmonic Hall
Anspruchsvoll. Schön. Teuer. Fertig.

So könnte man in vier Worten die Entstehung eines zukünftigen Wahrzeichens beschreiben. Die Hamburger Elbphilharmonie (kurz auch „Elphi“ genannt) ist und bleibt einmalig, besonders in der Baugeschichte. Wo einst Kakao- und Kaffeesäcke sich stapelten wird 2017, mit Aufnahme der Konzerte, die Philharmonie eröffnet. Fotografisch bin ich der Philharmonie in den Jahren von verschiedenen Seiten näher bekommen.

Es ist eine Konzerthalle mit einer Geschichte mit Licht und Schatten.

Anspruchsvoll
Nicht kleckern, sondern klotzen. Mit einer Philharmonie mitten im Seehafen, eingehüllt von einer dynamischen schwingenden Glasfassade die an eine Welle erinnern soll. Ein neues Wahrzeichen sollte es werden.
Elbphilhrmonic Hall
Schön
Ein bekanntes Architektenteam und ein Akustiker planten die Konzerthalle für Jedermann, wo das Haus auf Backstein stehend zu schweben scheint. Fast jedes Bauteil war zudem eine Massanfertigung.

Teuer
Eine kühne Konstruktion aus Stahl und Glas. Von anfänglich 77 Millionen auf letztlich 789 Millionen in knapp 10 Jahren. Ein holpriger, nervenaufreibender und langer Weg.
Elbphilharmonic Hall River Side

Fertig
Fertiggestellt nach fast 10 Jahren Bauzeit und mit einer skandalträchtigen und packenden Baugeschichte, wie sie in Deutschland nur noch von Flughäfen und Bahnhöfen erreicht wird.
Elbphilharmonic Hall
Der NDR hat eine Sonderseite zur Elbphilharmonie eingerichtet. Weitere Informationen gibt es drüben bei elbphilharmonie.de

Short summary in English
Ambitious. Beautyful. Expensive. Ready.
The Elbphilharmonic Philharmonic Hall is a concert hall in the HafenCity quarter of Hamburg. The building was builded on top of a warehouse building (Kaispeicher). In Hamburg we call it too „Elphi“ as nickname. The story behind the building from the beginning 10 years ago it is a story about increase costs from 77 Million up to 789 Million Euros. It is like the first photo a story with light and shadow. A long way. More information: elbphilharmonie.de/en (English Version) where you can still book tickets


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Auf der Reeperbahn

Sankt Pauli
Zufällig stieß ich auf ein kurzes Essay von Kurt Tucholsky, der 1927 Hamburg und Sankt Pauli besucht hatte. Mitarbeiter der Mitternachts-Mission verteilten Zettel mit der Warnung sich von den Häusern mit den verschlossenen Fensterläden fern zu halten. Sein Fazit fiel dementsprechend aus:
„Sankt Pauli ist sehr brav und fast gut bürgerlich geworden. Der stöhnende Trubel der Inflation ist dahin; und es gibt keine ›Sailors‹ mehr, die vier Monate auf dem Meer mit dem Schiffszwieback und den Ratten und dem Kapitän allein waren, und vier salzige Monate lang keine Frau mehr gesehen hatten; und es gibt nicht mehr diese tobenden Nächte und nicht die bunten Verbrechen … Oder liegt es an uns, an unsern Augen –?“
Kurt Tucholsky, 1927, Auf der Reeperbahn nachts um halbeins (Zeno.org)

Das obere Foto zeigt die sog. „Swing Towers“ auf Sankt Pauli mit einem dynamischen Himmel. Da ich besonders gern in Richtung Himmel schaue und Wolken mich begeistern, konnte ich nicht widerstehen das Foto zu machen.

Mehr zu den „Tanzenden Türmen“ und der Geschichte gibt es in der Wikipedia.

Blickt man heute auf Sankt Pauli, und so schließt sich mit dem Foto oben der Bogen von der Vergangenheit zur Moderne. So findet man heute noch alte Gebäude und Geschichte neben und auf der Reeperbahn. Trotzdem bleibt bei all den architektonisch schön anzusehenden Designer-Hotels usw. ein schaler Beigeschmack. Das sich Stadtteile verändern ist das eine. Doch wenn dabei Stück für Stück alte Tradition weichen muss und abgerissen wird, macht das nachdenklich. Es wäre zu begrüssen, wenn die Stadtentwicklung- und Planung mehr Verantwortung zeigen würde und einen integrativen Bogen spannen würde, von der Tradition zur Moderne. Auch eine Subkultur gehört mit zur Kultur und dem Bild einer Stadt. Für zukünftige Bauprojekte wäre es sinnvoller, wenn man die Betroffenen Bürger von Beginn an in die Planungen involviert, bevor es zu Protesten kommt. Denn ein Miteinander gehört mit zu einem bewegten Stadtbild.
Sankt Pauli

Short summary in English
The known german writer Kurt Tucholsky visited in 1927 in Hamburg/ Saint Pauli. He wrote a short essay and his conclusion was not really optimistic. I am sorry but the text is only available in German language. Both photos were taken at the „Reeperbahn“ in Hamburg/Saint Pauli. The first photo shows the „Swing Tower Building“. What looks interesting in architecture has still another side. It makes me thoughtful how fast piece by piece old tradition must yield and will demolished. My point is that it would be better if the urban department would show more responsibility in order to include and keep the tradition. Still a subculture belong to the city. For future projects it makes more sense to involve first the concerned inhabitants and not to wait for the first protests. Integration belong still to a cityscape.


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Lilac Shading

Dahlia Blossom Lilac Shading
Blütenstars ganz groß. Sozusagen Pupillenaufheller und Farbenergiespender der natürlichen Art. Die Dahlie gehört zu meinen Lieblingsmotiven in der Pflanzenwelt. Und dabei war ich noch gar nicht im Dahliengarten. Etwas für Genießer. Denn manchmal braucht es Farbe und Aufheller im Alltag. Ein Pupillenfeuerwerk mit angenehmen Nachwirkungen.

Blooming stars in big size. A blaze of colours and colourful energy dispenser. A festival for the eyes. The dahlia belongs to my favourite „model“ in nature. Sometimes it need a bit colour on ordinary days. For friends and connoisseurs. A firework in colours with pleasant side effects. Mother nature creates the most impressive colours.


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The Art Of Hibiscus

Hibiscus Flower
Hibiscus Flowers where ever I look,
Reds and blues and the pretty white,
Freshly taken from a picture book,
They fill me with great delight.
Hibiscus Flower
Indoor Hibiscus Flowers delicate yellow,
Potted plants in my snug flat,
Great beauty that turns me mellow,
To all Gardeners I take off my hat.
Hibiscus Flower
The hibiscus is a flower to please,
Grown in a warm and temperate clime.
Reds, blues and whites do tease,
With glowing colours so sublime.
(Bernard Shaw)


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In View

Sightseeing and time for a short city walk. Recently I used the extra time for strolling from Harbour City to the Inner City.

Heute ein kleiner Stadtbummel. Kürzlich nutze ich die freie Zeit für einen kurzen Spaziergang von der Hafen City zur Innenstadt.
Helmut Schmidt Haus
Helmut Schmidt Haus
Next to the former cathedral place stands the Helmut Schmidt House (named after the former chancellor). The house/building better known as former Publishing House was renamed in 2016. The house was builded in 1938. After the WWII it was the home for different publishing houses like „Der Spiegel“ and „Stern“ fortheir editorial staff. Today it is the home for only one publishing house, the weekly Newspaper „Die Zeit“.

Neben dem früheren Domplatz steht das Helmut Schmidt Haus. Das Haus, auch bekannt als Pressehaus, wurde 2016 umbenannt. Gebaut wurde es 1938 und nach dem Zweiten Weltkrieg beherbergte es mehrere Verlage wie z.B. „Der Spiegel“ und den „Stern“. Heute ist es Sitz der Wochenzeitung „Die Zeit“. Und wer einen Blick in das private Haus von Helmut Schmidt werfen möchte, klickt hier: Zuhause bei den Schmidts (Zeit Online Link)
Fleetschlösschen Cafe
Fleetschlösschen
„1885 stand auf dem Platz des heutigen Fleetschlösschens die St. Annen Kapelle. Im Zuge des Ausbaus des Hafens wurde die Speicherstadt als größter zusammenhängender Speicherkomplex der Welt erbaut. Das Gebäude, welches seit 2004 das Cafe Fleetschlösschen beherbergt, wurde als zweites Gebäude das Speicherstadtkomplexes erbaut und diente fortan als Zollgebäude. Waren, die aus den Bäuchen der Großsegler, in Schuten umgeladen die Fleete hochgezogen, wurden hier registriert, bevor sie in den Speicherböden eingelagert wurden.

Im Zuge des wachsenden Containerhandels und der Verlagerung eines großen Teil des Hafens auf die südliche Elbseite, wurde das Haus für eine neue Nutzung frei und die Feuerwehr zog mit einer kleinen Brandwache ein.“
(Weitere Informationen gibt es auf der Website vom Fleetschösschen/ History/)

The „Little Castle at the Canal” in the “Warehouse City“
In 1885, the Chapel of Saint Anne stood on the site of the present-day Fleetschlösschen.In the course of a redevelopment of the city linked to an expansion of the port, the Speicherstadt was built. It is the largest warehouse complex of the world.

The building which since 2004 has housed the Café Fleetschlösschen was finished second, and was used by the customs authorities. The goods brought in by the great sailing boats were registered here, transferred on barges and then taken through the canals to the warehouses to be stocked on the different storeys.

Due to the increasing use of containers and the shift of the major part of the port to the Southern bank of the Elbe, the building was open for a new use, and the fire brigade moved in with a small fire watch station.
(More Information: Fleetschösschen/ History/ Website)
Skulptur der heiligen Anna mit der jungen Maria
Patronin der HafenCity/ Patroness of the Harbour City: die Heilige Anna/ Saint Anna. Skulptur der heiligen Anna mit der jungen Maria. Mehr Informationen gibt es auf Deutsch im Quartier-Magazin: Die Heilige Anna