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Michael Kiwanuka

Zu Beginn eines neuen Jahres beginnt einer immer wiederkehrendes Spiel: Was wird das nächste große Ding im Pop? Die Englische BBC pflegt seit vielen Jahren die Tradition interessante Nachwuchskünstler auszuwählen und mit einem Preis zu küren. Und zur großen Überraschung spielen die anderen Medien wie Zeitungen, Magazine, Radiostationen, Webseiten, Plattenfirmen usw. dabei mit, orientieren sich daran und umverteilen ihre Budgets auf die prämierten Nachwuchskünstler. Eine Win-Win-Situation für alle Seiten.

2012 wurde Michael Kiwanuka auserkoren die Stimme des Jahres (Sound of 2012) zu sein. Der Sohn Ugandischer Eltern wuchs im Norden Londons auf, lernte früh Gitarre spielen und spielte als Begleitmusiker bei einigen RnB und Rockbands mit. Wie Kiwanuka in einem Interview erzählte, hörte er eines Tages eine Instrumentalversion von Otis Redding´s “Sittin’ On Dock Of The Bay” und schlagartig war es um ihn geschehen. Er arbeitete sich durch die Geschichte der Soul-Musik mit Augenmerk auf die 60´er Jahre und stellte zu seiner Überraschung fest, dass Soul-Helden wie Curtis Mayfield u.a. auch Gitarre spielten. Er orientierte sich am Werk von Bob Dylan und am Gitarrenstil von Jimi Hendrix. 2011 schloss er seinen ersten Plattenvertrag ab, trat im Vorprogramm von Adele auf und 2012 erschien sein Debutalbum. Nach über drei Jahren Wartezeit ist nun sein zweites Album “Love & Hate” im Juli erschienen und vorab die Single “Black Man In A White World”. (YouTube-Link)

Mit nur 29 Jahren wirkt Kiwanuka abgeklärt, lässig, fast schüchtern und dennoch bereits weise. Er ist jemand der Musik von innen heraus lebt, gedankenversunken und dennoch am Puls der Zeit. Es gibt viele Künstler die Musik aufnehmen damit sie sich möglichst millionenfach verkauft. Kiwanuka gehört zu denen die Musik spielen der etwas anhaftet was bleibt und ein Statement sind. Wer vorschnell von einem Soul-Album spricht irrt. Mit stilistischer Offenheit ist dieses Album ein zeitloses und kontemplatives Dokument eines herausragenden Sängers, Komponisten und Gitarristen. Der Titelsong ist wahrscheinlich der beste Titel vom Album. Kiwanuka singt im Gospelstil immer wieder “You can’t take me down, you can’t break me down”.

Es ist Musik wie geschaffen für den späteren Abend, wenn die Lautstärke des Tages verflogen ist, die Stille der Nacht eingezogen ist und sich der Bariton von Kiwanuka wie ein Seidenschal sanft um einen legt. Man stelle sich eine Bar vor wo die Geräuschkulisse gedämpft ist und Kiwanuka beginnt zu singen.

Die beiden Live-Aufnahmen aus einem Tonstudio sind Großes Kino. “Cold Little Heart” beginnt mit einem langen Intro und anschließenden Gitarrensoli für das sich jede Zeit lohnt. Mit dem Titelsong “Love & Hate”, in einer akustischen Version, geht es beseelt, folkig, rockig weiter. Wer in dieses sehr gute Album hinein hören möchte, klickt hier. (YouTube-Link)

“Love & Hate” ist zwar ein nachdenkliches Album, geprägt von den Erfahrungen Kiwanukas. Doch ihm gelingt das Kunststück all dies auf ein neues Level zu heben und interpretiert den Soul im ursprünglichen Sinne. Wo andere Künstler kritisieren und lamentieren gibt Kiwanuka einem Trost und Hoffnung. Was kann es besseres zur Zeit geben? Vertrauen Sie mir und hören Sie Michael Kiwanuka.

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Brazil Mix

Brazil’s Olympics kick off tonight. It is the perfect time to share and celebrate the beautiful music of Brazil. In 2014 I already created two long tracklists with Music from Brazil. For the new mix I updated the long list, added new songs and put together all in one mix to share the new mix with current and classic Tunes for your pleasure. Listen and enjoy to Azymuth, Gilberto Gil, Jorge Ben, Tania Maria, Seu Jorge, Marcus Valle, Ed Motta and many others more.

This way please, click → Essential Brazilian Mix  (YouTube-Link)

Heute Nacht beginnen die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro/Brasilien. Eine perfekter Moment, abseits von den Spielen, die wunderbare Musik aus Brasilien zu genießen. Bereits 2014 hatte ich zwei lange Listen mit Musik aus Brasilien zusammen gestellt. Für den neuen Mix habe ich die Titel aktualisiert, neue Lieder hinzugefügt, alles zusammen gefügt und alle Titel sind jetzt ohne Geo-Blocking frei empfänglich. Viel Vergnügen mit Azymuth, Gilberto Gil, Jorge Ben, Tania Maria, Seu Jorge, Marcus Valle, Ed Motta u.v.a.

Alternative Link, click → Essential Brazilian Mix (YouTube-Link)

Did you know/ Wussten sie schon
“Mas que nada” which means in German “Mehr als Nichts” and in English “More than nothing”. Most people believe that Sergio Mendes originally wrote the song. But Mendes made later only a cover version, but a quite succesful cover version. It is originally written by Jorge Ben Jor in 1963. And he was very influenced by José Prates with “Nanã Imborô from 1958. (YouTube-Links)

“Mas que nada” ist portugiesisch für “Mehr als Nichts”. Viele glauben, dass Sergio Mendes den Titel im Original geschrieben hat. Doch Mendes machte lediglich eine Cover-Version daraus, die weltweit bekannt wurde. Im Original wurde der Titel von Jorge Ben Jor 1963 geschrieben. Besonders beeinflusst wurde der Titel von José Prates und seinem “Nanã Imborô”.

“Bossa Nova” means “New Trend” and was developed in the 50s and 60s. It is a fusion mix of samba and jazz. In 1958 Antonio Carlos Jobim wrote the song Chega De Saudade” (No More Blues), performed by Elizeta Cardoso. It was the first bossa nova recording. In 1959 Joao Gilberto recorded the album “Chega De Saudade”. His version became a worldwide hit. (YouTube-Links) More information you find here: Wikipedia “Bossa Nova”.

“Bossa Nova” ist portugiessich für “Neue Welle” und entwickelte sich in den 1950 und 1960er Jahren als neue Entwicklung in der Musik. Es ist ein Mix aus den beiden Stilrichtungen Samba und Jazz. Als Geburtsstunde des Bossa Nova gilt der Titel “Chega De Saudade (No More Blues)” von  Antônio Carlos Jobim 1958, der von Elizeta Cardoso gesungen wurde. 1959 nahm Joao Gilberto das Album “Chega De Saudade” auf und seine Version wurde ein weltweiter Hit. Mehr zu lesen gibt es in der Wikipedia “Boss Nova”.

Gilles Peterson presents Brasil Bam Bam Bam (Documentation)
Gilles Peterson’s feature-length documentary on Brazilian music is now available to watch online for the first time. Titled Brasil Bam Bam Bam, it was filmed in 2014 to then tour film festivals and one-off screenings without ever being available to a wider audience.

Gilles Peterson presents Brasil Bam Bam Bam from brownswood recordings on Vimeo.


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Summertime

Es ist Sommerzeit. Wenden wir uns u.a. dem berühmtesten Titel einer Jahreszeit zu: Summertime, aus der Gershwin-Oper “Porgy and Bess”, der Stille des Zuhören, echten Gefühlen und dem weltlichen und geistlichen Soul.

Art Pepper ist einer der Großen des Jazz. Er verstand es bekannte Arrangements zu dekomponieren, sie zu entkernen und in alle Einzelteile zu zerlegen um sie neu zu arrangieren. Pepper war ein Enfant Terrible, ein Unruhiger der stets auf der Suche nach dem wahren Ausdruck in der Musik war. Dabei überwand er gekonnt immer wieder die scheinbar unüberwindbare Klippen des Originals. Sein Stil kann man am besten damit beschreiben, dass er, wie jemand über ihn schrieb, “die Seele des Originals vertiefte” mit der Selbstsicherheit eines großen Künstlers neue Ideen mit einbringt. “Summertime” ist Pepper´s Statement wie er Musik versteht. Ein Meilenstein.

Pepper´s Leben war jedoch gekennzeichnet von Niederlagen. Er saß jahrelang im Gefängnis, hatte Drogenprobleme. Dazu kamen Entziehungskuren und diverse Aufenthalte in Krankenhäusern die ihn immer wieder zurück warfen. Parallel feierte er vielleicht zum Trotz immer wieder ein glanzvolles musikalisches Comeback. Selbst dann, wenn man ihn schon abgeschrieben hatte. Mit nur 56 Jahren verstarb er, der “Jazz Survivor,” wie eine sehenswerte Dokumentation über ihn hieß. Der Sommer und “Summertime” wird immer seinen Namen mittragen.

Art Pepper Quartet – Summertime

Solomon Burke, der “King of Soul”, gehört zu den Schwergewichten in der Soul Musik. Mit 14 Jahren bekam er seine erste Gitarre, mit 15 Jahren unterschrieb er seinen ersten Plattenvertrag und hatte in den 60´er Jahren zwei eigene große Hits mit “Everybody Needs Somebody To Love” und “Cry To Me“. Beide Titel wurde oft von anderen Künstlern interpretiert. In den 2000er Jahren drehte er den Spieß um und nahm ein Album “Don´t Give Up” mit Kompositionen von Van Morrison, Elvis Costello, Tom Waits und anderen auf und bekam prompt dafür einen Grammy. Ein lässiges Soul- und Blues- Album eines großen Sängers und Interpreten. Sein Leben war gekennzeichnet von der großen Liebe zu Frauen, er war mehrfach verheiratet und Essen. So brachte er in seinen letzten Jahren 350-400 Pfund auf die Bühne. 2010 starb er mit 70 Jahren vermutlich an einem Herzinfarkt in einem Flugzeug. Am Abend wollte er ein Konzert in Amsterdam geben.

Als Ergänzung zu “Summertime” habe ich den Titel “A Change Is Gonna Come”, aus dem gleichnamigen Album von Solomon Burke, gewählt. Der Titel, im Original von Sam Cooke gesungen, oft gecovert, bekommt durch Burke´s Interpretation eine enorme Intensität und wohltemperierte angenehme Stille. Wie gemacht um am Abend oder in der Nacht den stillen Moment gemeinsam zu genießen. Dieser Titel hat von seinem Ausdruck und Bedeutung bis heute nichts verloren. Was Pepper und Burke gemeinsam haben, sind die echten Gefühle in einer manchmal zu kalten und zu lauten Welt. Mehr zu Sam Cooke´s “A Change Is Gonna Come” gibt es hier.

“Zuhören ist Hören in Verbindung mit Denken und Konzentration. Die meisten Menschen können das gar nicht mehr. Sie machen keinen Unterschied zwischen Hören und Zuhören.” Daniel Barenboim (Quelle: SZ)

Solomon Burke – A Change Is Gonna Come


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Hello Miss Lonesome

Alternative Country Music (from New Zealand) for the 21th century. I am a bit in the mood for straight handmade acoustic music. Trust me and follow the links to the video and audio track. Marlon Williams, born 1990, comes from New Zealand. His music style straddles folk, country, soul, bluegrass and the blues. Beside his great talent he has a remarkable voice. Now living in the USA he has everything for a big career.

Moderne Country Musik aus Neuseeland für das 21.Jahrhundert. Ich bin etwas in der Stimmung für handgemachte akustische Musik die nach vorn geht. Vertrauen sie mir und folgen den Links zu den Videos und Tonspuren.
Marlon Williams wurde 1990 in Neuseeland geboren. Sein Stil streift und überbrückt Folk, Country, Soul, Bluegrass und Blues. Angesehen von seinem großen Talent hat er eine bemerkenswerte Stimme. Jetzt in den USA lebend hat er alles für eine große Karriere.

Here comes Marlon Williams & The Yarra Benders Live


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Caravan: Van Morrison

“Turn up your radio and let me hear the song
Switch on your electric light…”

“Caravan” is a song by Van Morrison and was originally included on his 1970 album “Moondance“.Later he performed the song together with The Band on “The Last Waltz. But I prefer the excellent and epic Live Version on Morrison´s Album “It´s Too Late To Stop Now”. A song, where Nick Hornby said…between life and its aftermath. One of those magic moments in musical history.

By the early 1970s, Van Morrison had already earned a reputation as one of the more unpredictably mercurial live performers in rock. As rough as his gigs could get, though, Morrison was just as capable of leading his audiences to unparalleled heights — an experience unforgettably captured on his classic double live LP “It’s Too Late to Stop Now.” (Ultimate Classic Rock)

In his book, Songbook, about his 31 favourite songs, Nick Hornby names “Caravan” from the live album, It’s Too Late to Stop Now as the song he wants played at his funeral. He writes that “in the long, vamped passage right before the climax Morrison’s band seems to isolate a moment somewhere between life and its aftermath, a big, baroque entrance hall of a place where you can stop and think about everything that has gone before.”


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Spirits

Die Kritik am amerikanischen Establishment gab es schon vor 50 Jahren. Heute und nicht nur darum ein Blick zurück auf die zwei Leben und Karrieren von dem Musiker und Dichter Gil Scott-Heron. Denn er kritisierte stilsicher mit Sarkasmus, Humor und Ironie das Establishment bereits in den 60´er Jahren.

Gil Scott-Heron wurde 1949 in Chicago geboren, wuchs unter ärmlichen Verhältnissen in Tennessee auf. Er lernte den Rassismus und Apartheid früh kennen, was seinen späteren Weg und Motivation stark beeinflusste. 2011 verstarb er in New York, nach einem furiosen und von der Kritik zurecht positiv aufgenommenen Comeback und Tour. Ein viel zu kurzes Leben.

Scott-Heron wurde gern, wegen seiner Texte, der schwarze Bob Dylan genannt und galt zurecht als Vater und Idol für die später populär gewordenen Rap- und Hip Hop-Musik und kommenden Generationen. Schon kurz nach seinem literarischen Debut 1970, nahm er sein erstes Studioalbum mit Rezitationen von sich und Conga Begleitung auf. Gleich auf dem ersten Album findet sich sein vielleicht essentiellster Song “The Television Will Be Not Televised” (YouTube-Link), der sich in das kulturelle Gedächtnis mehrerer Generation fest einschrieb. Dieser Text hat von seiner Aktualität bis heute nichts verloren. Steht auf, schaltet den Fernseher aus und geht auf die Strasse. Die Revolution findet nicht sitzend vor dem Fernseher statt.

1971 veröffentlichte er das Album “Pieces Of A Man” (YouTube-Link zum ganzen Album). Ein Meilenstein in der Soul-Musik.


Lange bevor es den Rap gab, gab es das “Spoken Word”, den Sprechgesang, den Jazz und Blues und den Soul. Scott-Heron verschmolz diese Stile miteinander und dekonstruierte sie wieder in minimalistische rhythmisch treibende Einzelteile, verschmolz sie mit seiner Lyrik und hatte bereits früh seinen eigenen Stil in der Musik gefunden. Zusammen mit seiner tiefen, warmen Stimme, war er zudem ein Sänger der nicht nur sehr gut singen konnte, der allein durch seine Stimme berührte. Auch wenn man dem Gospel die Spiritualität zuschreibt, so hatte Scott-Heron den Spirit bereits in seiner Kunst.

Er war ein Meister der Worte und fühlte sich ein Leben lang der Literatur mehr zugehörig als zur Musik. Jemand der tiefsinnig analysierte und Worte fand wo andere nach Worten suchten. Seine teils gesprochenen oder gesungenen Worte waren zornig, wütend, anklagend und fordernd. Und selbst Jahrzehnte später hat diese Musik nichts an Kraft eingebüßt.

In Liedern wie “The Bottle” sang er über die negativen Einflüsse von Drogen und wurde selbst von ihnen herunter gezogen. Sie beendeten sein erstes Leben, wo er keinen Song mehr schrieb, seine Plattenverträge verlor und letztlich ins Gefängnis gehen musste. Statt einer Therapie wurde er wegen geringen Drogenkonsums ins Gefängnis gesteckt. Die Erlebnisse verarbeitete er in seinem letzten Album.

Es dauerte 16 Jahre bis er wieder neue Songs aufnahm und ein neues und sein letztes Album “I´m New Here” (YouTube-Link zum ganzen Album) veröffentlichte. Der lange Drogenkonsum schlug sich auch auf seine Stimme nieder. Doch klang er nun intimer, berührter, kratziger und gleich feinfühlig anders und auf eine andere Weise kraftvoll. Manche sprachen von einer Wiedergeburt. Doch blieb dieses zweite Leben nur von kurzer Dauer. Am 27. Mai 2011 starb Gil Scott-Heron im Alter von 62 Jahren. Die afroamerikanische Musik hatte einen ihrer einflussreichsten Künstler und Musiker verloren.


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The Voice

Diese Woche wird es leidenschaftlich und die Stimme des Herzens lamentiert und schreit. Wem gehört diese einzigartige Stimme, einer Frau oder einem Mann? Es ist die Sopran-Stimme von “Little” Jimmy Scott, aufgrund seiner Körpergröße “Little” genannt. Ray Charles sagte über ihn, das er den Soul in der Stimme verkörperte, lange bevor man diesen Ausdruck kannte. Oder Lou Reed, der sagte, dass diese Stimme einem das Herz brechen konnte.

Jimmy Scott wurde 1925 in Ohio geboren, wuchs unter ärmlichen Verhältnissen, in Waisenhäuser auf. Aufgrund einer seltenen Erbkrankheit fiel seine Pubertät und der Stimmbruch aus. Um der Bühne nahe zu sein, nahm er Aushilfsjobs an. In den 40´er Jahren sang er bereits in der Band von Lionel Hampton, später u.a. bei Charlie Parker. Es war der Anfang. Das Ende folgte in den 60´er Jahren, da er schlechte Plattenverträge unterschrieb und mit schweren Alkohol- und Drogenproblemen zu tun hatte. Sein Freund, der Songwriter Doc Pomus, versuchte vergeblich 2 Jahrzehnte ihm einen neuen Plattenvertrag zu verschaffen.

1991 starb Doc Pomus und Jimmy Scott sang bei seiner Beerdigung “Someone To Watch Over Me” und bekam anschließend einen neuen Plattenvertrag und Lou Reed holte ihn für sein Album “Magic And Loss” zu sich. Er feierte ein Comeback, trat u.a. in der Fernsehserie “Twin Peaks” als singender Geist auf und nahm weitere Alben auf.


2014 starb er mit 88 Jahren. Seine Karriere umspannte mehr als 60 Jahre wo er u.a. mit Charlie Parker, Sarah Vaughan, Lionel Hampton, Charles Mingus, Quincy Jones, Ray Charles, Wynton Marsalis und auch Musiker anderer Genres u.a. David Byrne, Lou Reed, Michael Stipe zusammen arbeitete.

“I appreciate the fact that these things are finally happening for me,” he told The Plain Dealer in Cleveland in 1997, “but I wish they could have happened earlier in my career so I could have enjoyed the retiring years much better.” Still, he conceded, “in show business, generally you don’t retire. If you love it, that is, you’re in it forever anyway.” (Jimmy Scott, Singer Whose Star Rose Late, Dies at 88/The New York Times)

Sein besonderes Credo war seine einzigartige Sopranstimme, die wie Phönix aus der Asche aufsteigt und in keine der herkömmlichen Kategorien passt. Er hatte, wie jemand einst schrieb, etwas “außermusikalisches”. Wo gibt es noch Künstler die aus einem Schmachtfetzen von Simply Red “Holding Back The Years” etwas im wörtlichen Sinne ergreifendes machen können.

Wer schon immer wissen wollte, was Timing und Seele im Gesang bedeutet, sollte die Kunst eines “Little” Jimmy Scott studieren, zuhören und dabei lernen. Während andere Künstler an ihrer Gesangstechnik arbeiten mussten, entwickelte sich Jimmy Scott´s Stimme mit den vielen Entbehrungen und Niederlagen seines Lebens. Diese Stimme kann wirklich Herzen brechen.